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Sonntag, 12.02.2012
Von Saljut bis zur ISS
Kleine Chronik der Raumstationen

1869
Die NASA datiert den ersten Vorschlag einer bemannten Raumstation im Orbit auf das Jahr 1869. Der Autor des Science Fiction Romans "Brick Moon" schildert erstmals einen künstlichen Mond, der Schiffen auf der Erde das Navigieren erleichtern soll.

1923
Herman Oberth, einer der Väter der Raumfahrt prägt als erster das Wort "Raumstation" für eine von ihm erdachte radförmige Konstruktion.

1971
Die Sowjetunion schickt Saljut 1, die erste Raumstation der Welt, in die Umlaufbahn. Die erste Besatzung der Saljut erreicht die Station wenige Tage später und verbringt 22 Tage in der engen Kapsel. Sie sterben auf dem Rückweg zur Erde, als ein Leck ihre Sauerstoffversorgung lahmlegt.

1972 - 1977
Vier weitere Raumstationen des Saljut-Typs erreichen den Orbit. Da sie jeweils nur eine Einstiegsluke besitzen, können die Luft-, Wasser- und Nahrungsvorräte nicht aufgefüllt werden, wenn gleichzeitig eine Besatzung an Bord ist. Langzeitaufenthalte sind daher nicht möglich.

1973
Die erste amerikanische Raumstation, das Skylab, erreicht den Orbit. Aus einem leeren Treibstofftank bestehend, beherbergt das Weltraumlabor nur drei Besatzungen, bevor es 1974 aufgegeben wird. 1979 stürzt Skylab ab und tötet beim Aufprall in Australien eine Kuh.

1977
Mit der Station Saljut 6 werden Langzeitaufenthalte im All möglich. An einer zweiten Andockstelle können Transportraketen anlegen und so die Besatzung über mehrere Monate versorgen. Mit 185 Tagen Aufenhalt an Bord überbieten die Saljut-Astronauten den alten Skylab-Rekord von 84 Tagen.

1986
Das erste Modul der russischen Raumstation Mir erreicht den Orbit. Von diesem Zeitpunkt an ist die Station fast kontiniuerlich besetzt. Weitere Module werden in den folgenden Jahren angebaut.

1994-1995
Der russische Astronaut Poliakov erhöht den Rekord für Daueraufenthalte im All auf 438 Tage.

1996
Das letzte Modul der Mir, die Priroda, wird angebaut. Im Rahmen eines gemeinsamen Shuttle-Mir Programmes arbeiten amerikanische, europäische und russische Astronauten zusammen auf der Raumstation.

1998
Eine russische Protonrakete bringt das erste Modul der Internationalen Raumstation ISS in die Erdumlaufbahn. Das "Zarya" - Morgenröte getaufte Bauteil soll die Orientierung und Kommunikation der ersten Module kontrollieren und als Energielieferant dienen. Einen Monat später trifft das Space Shuttle mit dem amerikanischen Ergänzungsmodul "Unity" bei Zarya ein und verbindet beide Bauteile.

2000
Am 4. April 2000 startet die letzte Besatzung zur Mir. Am 23. Oktober 2000 kommt das offizielle Aus: Die Station soll kontrolliert zum Absturz gebracht werden. Nur wenige Monate später, am 2. November, bezieht die erste Langzeitbesatzung die neue Raumstation ISS.

2001
In den frühen Morgenstunden des 23. März 2001 wird die Mir mit drei Bremsschüben eines Progress-Raumfrachters zum kontrollierten Wiedereintritt in die Atmosphäre gebracht. Die nicht verglühten Trümmer der Station stürzen um 6.57 Uhr im Zielgebiet in den Pazifischen Ozean.

Gut einen Monat zuvor, am 17.Februar, bringt ein Space Shuttle das Labrmodul der USA, "Destiny", zur Raumstation ISS.

2003-2005
Am 1. Februar 2003 stürzt das Space Shuttle Columbia ab, alle Space Shuttles der NASA bleiben dshalb bis zum Juli 2005 am Boden. Die Arbeiten an der Raumstation ISS werden solange ausgesetzt.

2006
Shuttle-Mission STS-115 bringt einen zur Raumstation gebracht: Am 12. September 2006 unternahmen Heide Stefanyshyn-Piper und Joe Tanner einen mehrstündigen Außenbordeinsatz, bei dem sie die P3/P4-Struktur installierten.

2007
Im Jahr 2007 sollen sowohl das europäische Labormodul "Columbus" als auch das japanische Weltraumlabor "Kibo" an die ISS angekoppelt werden.

2010
Geplanter Fertigstellungstermin der ISS.

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