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Sonntag, 12.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Die Weiße Biotechnologie nutzt die Natur als chemische Fabrik. Herkömmliche chemische Produktionsprozesse werden durch den Einsatz von Mikroorganismen oder Enzymen ersetzt. Sie nutzt dabei die Instrumente der modernen Biotechnologie für die Entwicklung von neuen biotechnischen Produktionsverfahren und Produkten.


  • Längst werden erste Produkte bereits mit Hilfe der Biotechnologie hergestellt. Das bekannteste Beispiel sind moderne Waschmittel. Dank Enzymen wird das aufwändige Kochen der Wäsche überflüssig. Die Flecken gehen schon bei niedrigen Temperaturen heraus.


  • Nach und nach werden immer mehr petrochemische Prozesse durch biotechnologische ersetzt. Ein Grund dafür sind die steigenden Erdölpreise. Erdöl ist nicht nur der wichtigste Energieträger, sondern auch der am häufigsten verwendete Chemierohstoff.


  • Aus nachwachsenden Rohstoffen können beispielsweise vor allem Polymere, Spezialchemikalien wie Lösungsmittel, Tenside oder Klebstoffe sowie chemische Zwischenprodukte hergestellt werden. Pflanzen – wie Getreide, Hülsenfrüchte, Bäume oder Ölpflanzen, aber auch Algen – produzieren ein riesiges, aber bisher kaum genutztes Spektrum unterschiedlichster chemischer Verbindungen.


  • Aber nicht alle Pflanzeninhaltsstoffe lassen sich in ihrer natürlichen Form industriell nutzen. Oft müssen sie mit Hilfe von Enzymen umgewandelt werden. Auch hier wird man in der Natur fündig. Heute sind bereits mehr als 3.000 verschiedene Enzyme bekannt. Aber erst 150 werden in großem Maßstab kommerziell genutzt.


  • Im Mittelpunkt der industriellen Biotechnologie steht die „Biokonversion“: die Umwandlung der Rohstoffe in Wertstoffe. Dazu werden entweder Mikroorganismen (Fermentation) oder Enzyme (Biokatalyse) genutzt. Damit die Rohstoffe in großen Mengen schnell und wirtschaftlich umgewandelt werden können, müssen neue Bioproduktionsverfahren entwickelt werden.


  • Schon heute werden Kunststoffe aus Milchsäure in einigen Nischenanwendungen eingesetzt. Es gibt bereits geschäumte Verpackungen, Hygienematerialien und Medizinprodukte aus diesem Material. Sogar als Catering-Geschirr wird Bio-Kunststoff genutzt. Beim Weltjugendtag in Köln aßen die jungen Besucher aus aller Welt von Geschirr aus bioabbaubaren Kunststoffen.

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