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Sonntag, 12.02.2012
Bitter, schleimig, aber hilfreich
Saponine, Gerb- und Bitterstoffe

Gerbstoffe
Gerbstoffe erhielten ihren Namen durch die Wirkung, die sie auf tierische Häute haben: Das Gerben macht das Leder geschmeidig und haltbar. Bindungen an die Eiweiße in der Tierhaut verhindern, dass diese bei Kontakt mit Wasser aufquillt.

Diesen Effekt nutzt man auch bei der Anwendung als Heilmittel: Die unlöslichen Eiweißverbindungen bilden eine Art Schutzschicht für das darunterliegende Gewebe. Gleichzeitig setzt der Gerbstoff den Quellzustand von Haut und Schleimhaut herab, das Gewebe zieht sich zusammen und die Durchblutung nimmt ab. Damit wird die Haut für Bakterien deutlich „ungastlicher“, das Wachstum der Mikroben ist gehemmt. Mediziner setzen auf Gerbstoffen basierende Mittel daher vor allem bei Entzündungen, Wunden und Hautpilzen ein.

Gewonnen werden Gerbstoffe überwiegend aus Rinde, Wurzeln, Blättern und Fruchtschalen von Pflanzenteil. hier sorgen sie für Schutz gegen Fäulnis. Besonders hoch ist ihr Gehalt beispielsweise in Hamamelisblättern, Blättern des Frauenmantels, Eichenrinde und Brombeerblättern.

Schafgarbe 
Schafgarbe
© Th.Schöpke - Botanik für Pharmazeuten  Schafgarbe
Bitterstoffe
Bitterstoffe zeichnen sich vor allem durch eines aus: Sie sind bitter. Dahinter stehen jedoch völlig unterschiedliche chemische Substanzen. Schmecken wir etwas Bitteres, schütten die Schleimhäute und Drüsen vermehrt Speichel, Magensaft, Galle und Bauchspeichel aus, die Verdauung kommt in Schwung. Genau das macht man sich beispielsweise auch beim Magenbitter zunutze: Extrakte aus Enzian, Löwenzahn, Tausengüldenkraut, Engelwurz, Hopfen, Schafgarbe, Wermut, Beifuß machen die Kräuterliköre angenehm bitter und führen zu einem befreienden Gefühl im Magen.

Schleimstoffe
Huflattich, Spitzwegerich, Eibisch, Malve, Beinwell, Isländisch Moos und Leinsamen enthalten Schleimstoffe. Diese Kohlenhydrate dienen der Pflanze zum einen als Energiereserve, zum anderen fungieren sie als Wasserspeicher, da sie sehr viel Flüssigkeit aufnehmen können. IN der Medizin haben sie dadurch eine erweichende, reizmindernde, aber auch abführende Wirkung und werden bei Entzündungen von Schleimhäuten, Halsschmerzen, Magen-Darm-Katharren und manchen Wunden eingesetzt.

 Enthält Gylkoside: Ringelblume
Enthält Gylkoside: Ringelblume
© Th.Schöpke - Botanik für Pharmazeuten  Enthält Gylkoside: Ringelblume
Glykoside
Das vielleicht bekannteste Glykosid ist das Gift des Roten Fingerhuts, das - entsprechend niedrig dosiert - als Herzmittel eingesetzt wird. Je nach chemischer Zusammensetzung können die Verbindungen aus einem Zucker und einem Nichtzucker jedoch ganz utnerscheidliche Wirkungen entfalten.

Die in Seifenkraut, Ringelblume, Linde, Taubnessel und Efeu enthaltenen Saponine beispielsweise sind eher seifenähnlich und wirken reizend auf Schleimhäute. Damit beschleunigen sie einerseits die Aufnahme anderer Wirkstoffe, dienen aber andererseits als Hustenmittel oder als Brechmittel. Sie wirken zudem entzündungshemmend und pilztötend.

Flavonoide ist die Bezeichnung für eine Gruppe meist gelb gefärbter Pflanzenstoffe, die beispielsweise in Gingkoblättern, Birkenblättern, Holunderblüten und Lindenblüten enthalten sind. Sie wirken unter anderem erweiternd auf die Nierengefäße und steigern damit die Harnausscheidung. Cumarine sind Riechstoffe aus zahlreichen Pflanzen wie beispielsweise des Waldmeisters. Sie wirken gerinnungs- und entzündungshemmend. In zu hoher Dosierung können sie zu Kopfschmerzen, Schwindel, Bewusstlosigkeit und Atemlähmung führen.

Mineralien
Medizinische Bedeutung hat vor allem der Mineralstoff Kieselsäure, der in Schachtelhalmen und Gräsern in besonders großen Mengen enthalten ist. Im menschlichen Körper ist sie unter anderem in allen Bindegeweben wie Sehen, Gelenkkapseln und Blutgefäßen enthalten. Er wird bei brüchigen Nägeln und Haaren und Mangelerscheinungen der Haut und im Bindegewebe eingesetzt.

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