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Sonntag, 12.02.2012
Wirtschaftswachstum und Klima
Die Modelle des MIT

1997 entwickelten Wissenschaftler des amerikanischen Forschungsinstitutes MIT ein neues dreiteiliges Klimamodell.
Der erste Teil dieses "Integrated Global System Model" simuliert die wirtschaftliche Entwicklung in den verschiedenen Regionen der Welt und berechnet die dabei vorraussichtlich produzierten Treibhausgasmengen. Diese Daten integriert das zweite Teilmodell in eine Simulation der Atmosphäre und Ozeane. Änderungen der Temperatur, der Niederschlagsmengen und des Meeresspiegels werden berechnet. Die Zukunft der natürlichen Ökosysteme ist der Bereich des dritten Modells. Es zeigt, wie sich als Folge der Klimaänderung Wüsten und Feuchtgebiete ausbreiten oder verschieben und wie die Stoff- und Energiekreisläufe beeinflußt werden.

Ähnlich wie in den Modellen des IPCC zeigt sich in den MIT-Simulationen für die Zukunft eine deutliche Erwärmung der Erde. Im Falle einer ungebremsten CO2-Emission soll sich die globale Temperatur um 2,4 Grad bis zum Beginn des 22. Jahrhunderts erhöhen. Doch selbst wenn die Industriestaaten ihren CO2-Ausstoß drastisch senken, würde die Erde sich immer noch um 1,8 Grad erwärmen, der Meeresspiegel läge um 13 Zentimeter höher als heute.

Die Ursache für den weiter andauernden Anstieg trotz Drosselung durch die Industriestaaten liegt im wirtschaftlichen Wachstum der Schwellen- und Entwicklungländer. Diese sogenannten Annex 1-Staaten waren nach den Beschlüssen der Konferenz von Rio zunächst von einer Verpflichtung zur Treibhausgasreduktion befreit worden. Den Prognosen des MIT zufolge werden diese Staaten, zu denen unter anderem die bevölkerungsreichen Länder China und Indien gehören, im Jahr 2100 die Hauptquelle der weltweiten Emissionen sein.

Die MIT-Wissenschaftler schlugen deshalb kurz vor der Klimakonferenz von Kyoto (1997) vor, daß die Industrieländer den Annex 1-staaten Geld zahlen sollten, wenn diese ihre Emissionen unterhalb bestimmter Grenzwerte halten. Doch der Vorschlag wurde heftig kritisiert: Umweltorganisationen sahen darin einen Versuch der Industrieländer, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Der UN-Klimaeyperte Graßl kommentierte: " Zunächst müssen die heutigen Hauptverursacher den Anfang zur Lösung des Klimaproblems machen."

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