Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Montag, 21.05.2012
Hirnjogging – der wissenschaftliche Beweis fehlt
Lebensführung entscheidet über das Wohl des Gehirns

Weil die Wissenschaftler möglichst rasch erfahren wollen, ob sie mit ihrer Vermutung richtig liegen, herrscht im Dahlemer Keller am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung derzeit Hochbetrieb. Getestet wird parallel in zwei Labors, fünf Tage die Woche jeweils acht bis zehn Stunden. Zwölf studentische Hilfskräfte wurden eingestellt.

MRT-Bild eines menschlichen Gehirns 
MRT-Bild eines menschlichen Gehirns
© Christian R. Linder / GNU Free Documentation License  MRT-Bild eines menschlichen Gehirns
Vor Trainingsbeginn und zwei Wochen danach werden die Probanden nicht nur zum MRT nach Magdeburg gefahren, sondern zudem einer ganzen Reihe von Kognitions- und Gedächtnistests unterzogen. Solchen, die das Orientierungsvermögen prüfen, und anderen.

Denn die Alternsforscher bewegt noch eine Frage: Wenn ein Mensch eine bestimmte Gedächtnisaufgabe intensiv übt, profitieren seine kognitiven Leistungen dann auch in anderen Bereichen? Konkret: Hilft das Orientierungstraining etwa dabei, sich Wortlisten zu merken? „Das herauszufinden, ist eines der großen Ziele in der Plastizitätsforschung“, sagt Lövdén. Bislang gebe es allerdings keine Belege, dass ein solcher Transfer stattfindet.

Wie sinnvoll ist Gehirnjogging für Senioren?
Aus diesem Grund hält der Psychologe von den vor allem in den USA boomenden Gehirnjogging-Programmen für Senioren nicht allzu viel. „Die Leute üben eine bestimmte Aufgabe und werden darin auch besser“, sagt er. „Aber eben nur bei genau dieser Aufgabe.“

 Fit mit 67 Jahren?
Fit mit 67 Jahren?
© SXC  Fit mit 67 Jahren?
Selbst wenn die Werbebroschüren für Hirnjogging-Programme es oft versprechen, der wissenschaftliche Nachweis, dass sich damit das altersbedingte Schwinden der Geistesleistung aufhalten lässt, steht bislang aus. Und Lövdén glaubt auch nicht, dass er jemals erbracht wird, weil es so nicht funktioniere. Letztlich entscheide die Lebensführung über das Wohl unseres Gehirns.

„Wer versucht, gesund zu bleiben, sich sportlich betätigt, sein Sozialleben pflegt und mentale Aktivitäten sucht, hat gute Chancen, lange geistig auf der Höhe zu bleiben. Und je früher man damit anfängt, desto besser.“

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Gehirnforschung
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Altern mit Köpfchen
Wie der Geist lange fit bleibt
Härtetest für Ältere
Strategien gegen das cognitive aging
Wirrwarr im virtuellen Irrgarten
Lernprogramm soll Hirnareale trainieren
Training hinterlässt Spuren im Gehirn
Volumenzunahme des Hippocampus?
Wachstum gibt Rätsel auf
Warum vergrößert sich der Hippocampus?
Genvariante für ein besseres Gedächtnis
BDNF als Dünger für Synapsen und Nervenzellen
Soziale Aktivität hält geistig fit
Neue Erkenntnisse aus der Forschung
Hirnjogging – der wissenschaftliche Beweis fehlt
Lebensführung entscheidet über das Wohl des Gehirns
Top-Diaschauen
Tiefseegräben
Bernstein
GAU in Fukushima
Das Geheimnis der Elemente
Weltraumschrott
Aktuelle Dossiers
Neutrinos
Den Geisterteilchen auf der Spur
Der unsichtbare Baumeister
Wind als Urheber von Staubstürmen, Singdünen und Felskulpturen
Der virtuelle Patient
"Gesundheit 2050" - Preisgekrönter Beitrag zum Essay-Wettbewerb
Informationsspeicher Gehirn
Den Mechanismen des Lernens auf der Spur
Titanic: Untergang eines Mythos
Spurensuche hundert Jahre nach der Katastrophe
Kräfte zwischen Kern und Kruste
Der Entstehung des Süddatlantik auf der Spur
Lego mit Lebensbausteinen
Was ist synthetische Biologie?
Bestens eingefügt
Anpassung an einen Lebensraum – die Schleiereule als Modelltier
Die zivilen Verwandten der Seekrieger
Ein echter Knochenjob
CeBIT 2012
Neues aus der Welt des digitalen Arbeitens und Lebens