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Sonntag, 12.02.2012
A C E - Diskussion um die gesunde „Dreifaltigkeit“
Antioxidantien als Schadstoffe?

A C E – diese Buchstabenkombination ist heute in aller Munde – wortwörtlich. Denn inzwischen gibt es kaum noch ein Getränk, einen Joghurt, Schokoriegel oder ein Bonbon ohne diese drei Vitaminzusätze. Sie gelten als „Radikalfänger“, als chemische Waffen gegen aggressive, zellschädigende und krankmachende Moleküle. Die Vitamin-Kombi, so die vollmundige Behauptung vieler Hersteller, schützt damit vor Alterserscheinungen, den Folgen von UV-Strahlung und sogar Krebs.

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Was aber ist wirklich dran an diesen Versprechungen? Dazu gab es bisher widersprüchliche Aussagen – bis Anfang letzten Jahres. Denn im Februar 2007 erschien zum ersten Mal eine umfassende Meta-Analyse eines Großteils aller bisher durchgeführten Untersuchungen. Die Wissenschaftler der Universität von Kopenhagen um Goran Bjelakovic und Christian Gluud werteten dafür die Methodik und die Ergebnisse von 68 Studien mit insgesamt 232.606 Teilnehmern aus.

Wer Antioxidantien schluckt, stirbt früher
Schnell stellten sie fest, dass längst nicht alle Studien auch den Anforderungen einer wissenschaftlich zuverlässigen und unvoreingenommenen Methodik genügten. Nur 47 der 68 Untersuchungen kamen daher in die nächste Runde, die eigentliche Analyse. Und diese enthüllte Erschreckendes: Die antioxidativen Vitamine wirkten nicht etwa lebensverlängernd, sondern erhöhten die Sterblichkeit sogar um fünf Prozent. Im Klartext heißt das: Wer diese Vitamine als Nahrungsergänzung einnimmt, hat nicht nur keinen Nutzen, er stirbt möglicherweise sogar früher.

Einzeln betrachtet stieg die Sterblichkeit durch Vitamin E um vier Prozent, durch Beta Carotin, eine Vorstufe des Vitamin A, um sieben Prozent und durch Vitamin A selbst sogar um 16 Prozent. Für Vitamin C konnten die Wissenschaftler zwar keine negative Wirkung feststellen, aber lebensverlängernde Effekte waren ebenfalls nicht messbar. Einzig bei Selen deutete sich eine leicht positive Wirkung an, die jedoch nach Ansicht der Wissenschaftler noch sehr viel genauer erforscht werden müsste.

Kein Einzelfall…
„In Anbetracht der Tatsache, dass zehn bis 20 Prozent aller Erwachsenen in Nordamerika und Europa – und damit 80 bis 160 Millionen Menschen – diese Nahrungsergänzungsmittel konsumieren, hat dies beträchtliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit“, erklären die Kopenhagener Forscher in ihrem abschließenden Bericht.

Die Vitaminhersteller ließen dieses für sie reichlich ungünstige Ergebnis natürlich nicht auf sich beruhen. Sie protestierten, die im „Journal of the American Medical Association“ erschienene Studie sei fehlerhaft. Ein nicht sehr wirkungsvolles Vorgehen, denn unabhängige Wissenschaftler hatten den Dänen bereits ein hohes methodisches Niveau bescheinigt.

Dass das Ergebnis dieser Meta-Analyse zudem kein Einzelfall ist, zeigt auch die Situation bei Beta-Carotin, einem ebenfalls häufig eingesetzten Nahrungsmittelzusatz.

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