Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Sonntag, 12.02.2012
Hitzeinseln und Satellitendaten
Weitere Kritik an Messungen und Messstationen

"Heat Island"-Effekt, Urbanität
Einwand:
Städtische Gebiete wirken als Wärmeinseln. Die Steinoberflächen von Straßen oder Gebäuden heizen sich tagsüber stärker auf als beispielsweise Vegetation und geben die gespeicherte Wärme nachts an die Umgebung ab. Da viele Messstationen in urbanen Gebieten stehen, weil sie dort leichter erreichbar sind und ihr Unterhalt damit billiger ist, werden ihre Messungen durch die Stadtwärme künstlich erhöht. Ein Indiz für diesen Effekt ist auch die geringer gewordene Spanne zwischen Tages- und Nachttemperaturen.

Entgegnung:
 Urban heat - Effekt
Urban heat - Effekt
© MMCD
Eine neuere Studie, die die Werte von 7.280 Stationen auf Urbanitätseffekte hin kontrollierte, belegt, dass dieser Effekt auf globaler Ebene relativ vernachlässigbar ist. In der Regel liegt die globale Temperaturerhöhung durch die Wärmeinseln der Städte um eine ganze Größenordnung niedriger als die beobachteten Temperatureffekte. Die verringerte Spanne zwischen Tages- und Nachttemperaturen führt das IPCC nicht auf urbane Effekte sondern vor allem auf der Nordhalbkugel auf einen seit 1950 zunehmenden Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre und damit verbunden eine stärkere Bewölkung zurück.

Diskrepanz zwischen Satelliten- und Bodenmesssdaten
Einwand:
Die seit 1979 ergänzend durchgeführten Temperaturmessungen aus dem Orbit durch die Satelliten des "Microwave Sounding Unit" (MSU) sind verlässlicher als die von Messstationen am Boden ermittelten Daten. Im Gegensatz zu den Bodenmessungen zeigen sie jedoch keine Temperaturerhöhung für die untere Troposphäre (0.7 km) sondern sogar einen leichten (0,05°) Abwärtstrend. Weil aber Treibhausgase vornehmlich in der Atmosphäre wirken, müsste der Klimawandel gerade dort am stärksten nachweisbar sein.

Entgegnung:
SatelllitenmessungIn der Tat zeigen die Satellitenmessungen für die untere Troposphäre keine eindeutige Erwärmung und widersprechen damit den Klimamodellen, nach denen gerade dort die stärkste Erwärmung zu erwarten sein müsste. Die IPCC geht zur Zeit davon aus, dass dieses Ergebnis aber keinen Widerspruch zur globalen Erwärmung darstellen muss. Eine Studie von 1999 zeigte, dass sich der Schwund der Ozonschicht und die durch einige große Vulkanausbrüche in die Atmosphäre geschleuderten Aerosole abkühlend auf die Temperaturen in der unteren Stratosphäre und sogar der mittleren Troposphäre auswirken können. In jedem Fall waren die Experten von NASA und IPCC allerdings gezwungen festzustellen, dass die atmosphärische Schichtung wohl doch komplexer ist, als zuvor angenommen und das noch einiger Forschungsbedarf herrscht.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Streit ums Klima
Klimawandel unter Beschuss?
Heißer Kampf um heiße Luft
Der Klimawandel und seine Skeptiker
Vergiftetes Klima
Fruchtbare Diskussion oder polemische Schlammschlacht?
Masse statt Klasse...
Die Oregon Petition
Mit aller Macht?
Die Global Climate Coalition
Nicht nur Scharlatanerie
Die seriöse Seite der Kritik
Trendbarometer der Klimaforschung
Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)
Verloren im Dickicht der Argumente?
Die Debatte und die Öffentlichkeit
Kritik auf allen Ebenen
Die Ansatzstellen der Klimaskeptiker
Zahlenspiele...
Die Kritik an Messungen und Messstationen
Hitzeinseln und Satellitendaten
Weitere Kritik an Messungen und Messstationen
Natürlich oder menschengemacht?
Ursachen und Interpretationen
Treibhauswirkung und Eiszeiten
Weitere Einwände gegen gängige Interpretationen
Was bleibt?
Keine einfachen Antworten, wohl aber ein Motto...
und mehr...
Zum Weiterlesen
Links und Literatur
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Lake Wostok
Quallen
Aktuelle Dossiers
Wie eine lebende Haut
Neue Korrosionsschutzschichten sollen Defekte selbstständig heilen
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts