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Sonntag, 12.02.2012
Was bleibt?
Keine einfachen Antworten, wohl aber ein Motto...

Was bleibt nach der Betrachtung der Debatte, der Akteure und ihrer Argumente? In jedem Falle die Erkenntnis, dass es einfache Antworten, ein klares "Gut und Böse" in dieser Frage wohl nicht gibt. Denn bei aller Polemik, mit der die Debatte häufig geführt wird, sind doch nicht alle Argumente der Klimaskeptiker deshalb automatisch Unsinn oder können auf Anhieb entkräftet werden.

Gerade die Kritik an Zustand und Verteilung der Messstationen beispielsweise scheint plausibel. Andererseits lassen sich wieder Punkte, wie beispielsweise die totale Leugnung jeden Zusammenhangs zwischen CO2 und Klimaerwärmung sicher nicht aufrechterhalten.

Wolken und Sonne 
Wolken und Sonne
© IMSI MasterClips
Doch auch wenn viele Argumente ins Leere gehen: Solange die Kritik sich nicht auf Diffamierungen beschränkt, sondern sachlich dazu beiträgt, echte Schwachstellen der Modelle und Prognosen aufzuzeigen, ist sie wichtiger und notwendiger Bestandteil des wissenschaftlichen Fortschritts - und dies sehen auch die Klimaforscher ausdrücklich ein.

Vorsicht und Misstrauen sind allerdings dort angebracht, wo die Akteure - egal welcher Seite - nicht bereit sind, sich und ihre Argumente einer kritischen Bewertung und sachlichen Auseinandersetzung zu stellen. Im Moment scheint dies vor allem für eine ganze Reihe der Skeptiker zu gelten. Das IPCC und viele Klimaforscher des "Pro-Lagers" dagegen setzen sich durchaus mit Kritik an ihnen und ihren Modellen auseinander und gehen dabei meist relativ gewissenhaft und gründlich auf die vorgebrachten Argumente der Skeptiker ein - wenn die Kritik sachlich und seriös ist.

Ist dies nicht der Fall, handelt der Kritiker nach Ansicht des NASA-Klimatologen James Hansen nicht wie ein Wissenschaftler, sondern eher wie "ein Anwalt, der die Position seines Klienten um jeden Preis verteidigen will." Hansen fährt jedoch einschränkend fort: "Es ist aber nur fair, zu sagen, dass bei der Debatte um die globale Erwärmung umweltpolische, politische und religiöse Perspektiven von beiden Seiten aus in die Wissenschaft eingebracht wurden."

Eben weil es sich beim Klimawandel nicht um ein rein abstraktes wissenschaftliches Gedankengebäude handelt sondern um ein Ereignis, das potentiell die gesamte Menschheit trifft, sind Überschneidungen mit Politik, Wirtschaft und Ethik in der Debatte kaum zu vermeiden. James Hansen: "Der Gedanke, dass unsere Modelle die Auswirkungen der Sonnenstrahlung, von Vulkanen oder Treibhausgasen einfangen und prognostizieren können, ist wirklich Ehrfurcht einflößend. Aber die Begeisterung wird gedämpft durch das Bewusstsein, dass das "Labor", um das es geht, die Heimat von Milliarden Menschen und Tieren ist."

Angesichts dieser Tatsache sollte das Motto im Falle des Klimawandels sicherlich lauten: "Im Zweifelsfalle für den Angeklagten."

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