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Sonntag, 12.02.2012
Ein ungelöstes Rätsel
Noch immer nicht besiegt - Aids

HIV an Leucocyten 
HIV an Leucocyten
© CDC
Er hat Freddy Mercury, Andy Warhol und Rock Hudson auf dem Gewissen - der HI-Virus. Kaum eine andere Krankheit hat der Menschheit die Illusion eines Sieges über die Mikroben so nachhaltig zerstört wie Aids.

Gerade hatte man sich noch im Bewußtsein gesonnt, die Pocken besiegt zu haben und nun das: Anfang der 80er Jahre begann sich eine neuartige Seuche zunächst in den USA auszubreiten. Erst unter den Drogenabhängigen, dann unter den Homosexuellen. Auch in den Blutbanken breitete sich das Virus aus. Bereits 1986 war Aids bei jungen Männern in San Francisco die wichtigste Todesursache.

Inzwischen kann der Aids auslösende HI-Virus 14 Millionen Todesopfer verbuchen, längst hat sich die Seuche über die ganze Welt ausgebreitet. Mittlerweile leben um die 33 Millionen infizierte Menschen auf der Erde, die das Virus täglich an andere weitergeben können.

Begonnen hatte alles zwar in Afrika, vor 1980 aber lag auch dort die Rate der Aids-Infizierten noch unter einem Prozent. Über Flüchtlingsströme aus Gebieten, in denen Bürgerkriege herrschten, gelangte zunächst eine weniger aggressive Variante des HI-Virus in die Metropolen und von dort aus in die USA. Dort kam es durch vermehrte Sexualkontakte in der Bevölkerung zu einer Ausbreitung des Virus. Mit der Vermehrung des HIV stieg auch die Wahrscheinlichkeit von Mutationen. Vermutlich bildete sich erst in den Vereinigten Staaten die leicht übertragbare und tödliche Virusvariante, die dann später nach Afrika reimportiert wurde und sich auch dort rasend ausbreitete.

Aids entstand demnach durch die Übertragung des Virus zwischen Bewohnern verschiedener Kontinente. Erst der intensive Kontakt zwischen Menschen auf der ganzen Welt und die heutige Mobilität ließ die Seuche ihr heutiges Ausmaß erreichen.

Das HI-Virus ist inzwischen kein Unbekannter mehr. Mit einem riesigen Budget gewappnet machten sich zahlreiche Wissenschaftler an die Erforschung des Feindes. Heute kennt man die Funktionsweise und den Aufbau des Virus. Man weiß, wie man sich vor Ansteckung schützen kann. Genutzt hat dieses Wissen kaum etwas. Auch nach fast zwei Jahrzehnten intensiver Forschung ist kein Impfstoff in Sicht. Medikamente zögern die Krankheit höchstens hinaus, heilen aber können sie Aids nicht. Und nicht einmal diese Therapie wirkt bei allen Patienten. Schon breiten sich Viren aus, die resistent sind gegen die bisher verwendeten Proteasehemmer.

Das Beispiel Aids zeigt deutlich, dass auch in unserer heutigen Zeit neue Infektionskrankheiten auftauchen können, die selbst mithilfe modernster Technik und größtmöglichen wissenschaftlichen Einsatz nicht effektiv bekämpft werden können. In Europa und Amerika nicht und erst recht nicht in Afrika.

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