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Sonntag, 12.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Ohne das Vorhandensein von flüssigem Wasser hätte kein Leben auf der Erde entstehen können. Und auch das Klima wäre ohne den Einfluss der Weltmeere grundlegend anders.


  • Da Wasser in der Lage ist, große Wärmemengen zu absorbieren und nur langsam und gleichmäßig wieder abzugeben, wirken die Weltmeere als Klimapuffer. Sie gleichen extreme Temperaturschwankungen aus.


  • Doch die Pufferwirkung der Ozeane geht noch weiter: Sie dämpfen nicht nur die natürlichen Schwankungen, sie verhindern auch, dass die vom Menschen produzierten Treibhausgase der Erde zu stark einheizen.


  • Die großen Meeresströmungen bewegen nicht nur gewaltige Wassermassen, sondern transportieren und verteilen dabei auch wie eine globale Klimaanlage Kälte und Wärme rund um den Globus. Ein Beispiel ist der Golfstrom.


  • Alle paar Jahre tritt das El Nino-Phänomen auf: Winde, die normalerweise warmes Oberflächenwasser transportieren, schwächen ab, in der Folge verändert der Humboldtstrom seine Bahn und wird schwächer. Dieses lokale Phänomen hat globale Folgen.


  • Der atlantische Conveyor wird vor allem durch Unterschiede in der Dichte des Meerwassers angetrieben.


  • Doch warum gibt es keine vergleichbare Meeresströmung im Pazifik oder Indischen Ozean? Die Erklärung liegt wiederum in der Beschaffenheit des Meerwassers: Der Indische Ozean reicht nicht weit genug in kühlere Regionen, so dass sein Oberflächenwasser gar nicht stark abkühlen kann, dass es absinkt. Der Pazifik andererseits erstreckt sich zwar weit genug nach Norden und Süden, doch sein Wasser ist weniger salzhaltig und somit nicht dicht genug zum Absinken.


  • Die Verdünnung des Meerwassers mit Süßwasser aus Flüssen oder schmelzendem Eis kann den nordatlantischen Tiefenstrom beeinflussen, so dass die Zirkulation zum Stillstand kommt.


  • Wenn diese Konvektionsströmungen vor Grönland unterbrochen werden, kann der gesamte Conveyor sogar innerhalb weniger Jahre zusammenbrechen oder sich deutlich verschieben. Diese sogenannte "konvektive Instabilität", könnte vielleicht die abrupten Klimaschwankungen während der letzten Eiszeit erklären.


  • Steigende Temperaturen und Kohlendioxidkonzentrationen wirken sich nicht nur auf die Atmosphäre sondern auch auf die Ozeane und damit auf die Meeresströmungen aus. Klimaforscher rechnen daher damit, dass sich der atlantische Conveyor in den nächsten 100 Jahren um 15 bis 50 Prozent abschwächen könnte, wenn die globale Klimaerwärmung anhält.


  • Klimasimulationen zeigen, dass sich der Nordatlantik ohne den Zustrom von warmem Wasser aus dem Südwesten deutlich abkühlen würde. Die Temperaturen der Meeresoberfläche könnten um bis zu sieben Grad sinken, die Lufttemperaturen im Bereich Skandinaviens sogar um bis zu zehn Grad.


  • Eine "neue Eiszeit" wird dies jedoch eher nicht zur Folge haben, denn dazu müssten die Temperaturen schon um rund 20°C fallen.

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