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Sonntag, 12.02.2012
Der vierte Versuch: Die Do-it-Yourself Methode
Plasmide als DNA-Überträger

Plasmid mit Fremdgen 
Plasmid mit Fremdgen
© NIH
Angesichts der immer dramatischer steigenden Infektionsraten gerade in den ärmeren Regionen der Welt wird zunehmend nach einer Möglichkeit gesucht, die Epidemie nicht nur möglichst schnell, sondern vor allem auch billig aufzuhalten. Auch wenn die Versuche mit rekombinanten oder Protein-Impfstoffen vielleicht sogar eines Tages erfolgreich sein sollten, werden sie für die Mehrheit der Betroffenen finanziell unerschwinglich sein. Muss damit halb Afrika schutzlos dem Aids-Erreger ausgesetzt bleiben?

Vielleicht nicht: DNA-Impfstoffe - ein völlig neuer Serum-Typ könnten die Lösung aus diesem Dilemma sein. Die Methode funktioniert nach dem Do-it-Yourself-Prinzip: Nicht der fertige Impfstoff wird injiziert, sondern die genetische Information, die die Körperzellen dazu bringt, selbst das entsprechende Serum herzustellen. Billig und einfach wird diese Methode dadurch, dass für die Herstellung der genetischen "Arbeitsanweisung" bakterielle Plasmide verwendet werden.

Die winzigen Ringe aus DNA enthalten zusätzliche Erbinformation und liegen im Inneren von Bakterienzellen. In sie lassen sich sehr leicht artfremde Gene einschleusen, die dann zusammen mit dem Rest des Plasmids bei der Zellteilung jeweils an die Tochterzellen weitergegeben werden. Noch entscheidender ist aber eine zweite Eigenschaft der Plasmide: Genauso leicht, wie sie fremde Erbinformation aufnehmen, geben sie sie auch wieder ab: Einmal injiziert, schleust das Plasmid nun seinerseits seine DNA in die der Wirtszelle ein und bringt diese damit dazu, die fremde genetische Arbeitsanweisung auszuführen.

Eine menschliche Körperzelle könnte mithilfe dieser Technik dazu gebracht werden, bestimmte ungefährliche Strukturen des HI-Virus zu produzieren und dadurch eine vorbereitende Immunantwort hervorzurufen. Der Vorteil dieser Methode liegt auf der Hand: Für die massenweise Produktion dieser DNA-Impfstoffe braucht man nicht viel mehr als die richtigen Temperaturen und ein geeignetes Nährmedium, den Rest erledigen die Bakterien. Und auch der Transport ist einfacher als bei herkömmlichen Impfstoffen: Während diese meist gekühlt werden müssen, damit sie sich nicht zersetzen oder anderweitig verderben, sind die Plasmid-Impfstoffe relativ robust.
Ist damit die Suche nach dem Aids-Impfstoff zu Ende?

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