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Sonntag, 12.02.2012
Sind DNA-Impfstoffe die Lösung?
Erste Erfolge, aber auch erste Enttäuschungen

Labormaus 
Labormaus
© IMSI Masterclips
Bei Mäusen haben sich die neuen DNA-Seren bereits bestens bewährt: Im Versuch reichte eine einzige Injektion, um die geimpften Mäuse lebenslang vor allen bekannten Varianten des Grippevirus zu schützen. Für die erfolgreiche Impfung reicht sogar die Gabe des DNA-Impfstoffs per Nasenspray.

Vor dem Einsatz dieses Serums beim Menschen sind jedoch noch einige Hürden zu überwinden. Im Gegensatz zu Mäusen ist bei Primaten, der Einbau der Fremd-DNA erheblicher schwerer und die durch die DNA-Impfstoffe erzeugte Immunantwort meist weniger ausgeprägt. Um einen ausreichenden Schutz zu erreichen, müssen daher Dosierung, Ort und Zeitpunkt der Injektion genau stimmen.

Doch auch hier gibt es bereits erste Erfolge: So ist es beispielsweise gelungen, Affen mit dieser Methode effektiv gegen Tollwut zu schützen und auch erste Tests mit HIV scheinen bei Affen anzuschlagen. Beim Menschen lieferte ein Versuch mit einem Hepatits-B-Serum, der nach diesem Prinzip hergestellt wurde, zunächst ermutigende Ergebnisse. Die Immunantwort der "DNA-Geimpften" war genau so stark wie die von Testpersonen mit einer konventionellen Hepatitis-Impfung.

Inzwischen laufen einige klinische Testreihen mit DNA-Impfstoffen, die ein oder mehrere HIV-Gene in die Zellen einschleusen, die Ergebnisse sind allerdings eher enttäuschend: Zwar zeigten in einer Studie 58 Prozent der Probanden eine deutliche HIV-spezifische Immunreaktion nach der zweiten Impfung, die Wirkung hielt jedoch nicht an. Auch ein zweiter Test mit einer anderen Genkombination konnte nur schwache Reaktionen auslösen.

Mehr Hoffnung knüpfen die Forscher daher an eine Kombinationsstrategie, bei der eine DNA-Impfung mit einer Impfung des "Schaf im Wolfspelz"-Typs kombiniert wird. Das DNA-Serum dient dabei als Auslöser und Anschub der Immunantwort, während der aus einem mit HIV-Proteinen ausgestatteten Träger bestehende zweite Impfstoff, als Verstärker wirkt. Eine der umfangreichsten Versuchsreihen überhaupt findet derzeit als gemeinsames Projekt kenianischer und englischer Forscher statt. Unter der Leitung der englischen Oxford Universität wird dabei seit diesem Jahr eine Kombination aus DNA-Impfstoff und dem für Menschen ungefährlichen MVA-Virus als Träger für HIV-Oberflächenproteine getestet. Noch liegen dafür allerdings keine Ergebnisse vor, die Suche nach dem Aids-Serum wird wohl noch eine Weile weitergehen.

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