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Montag, 13.02.2012
Ist das Problem "hausgemacht?"
Die Ursachen im Überblick

Die Ursachen für Desertifikation sind vielfältig. Entscheidend ist, daß Desertifikation nicht allein durch das Klima ausgelöst wird, sondern vor allem durch das Handeln des Menschen. Auf unterschiedlichste Weise beutet er den Boden aus, bis dieser unfruchtbar wird und sich nicht mehr regenerieren kann.

Klimatische Ursachen
 Brunnen in der Wüste
Brunnen in der Wüste
© IMSI MasterClips
Die ausgedehntesten Desertifikationsgebiete der Erde befinden sich in den ariden Klimazonen. Geringe Niederschlagsmenge gekoppelt mit starker Verdunstung bilden extrem ungünstige Bedingungen. Die Vegetation dieser Gebiete hat sich jedoch an diese Bedingungen angepaßt und ist entsprechend stabil. Dürren und Dürreperioden gehören im langjährigen Klimageschehen der Trockengebiete oft zum "normalen Klimagang".

Das Klima ist insgesamt jedoch trockener geworden. Stellt sich der Mensch darauf nicht ein und paßt beispielsweise seine Landwirtschaft nicht entsprechend an, kann dies zu einer vollständigen Zerstörung der Vegetation führen. Die Ursachen für die Erwärmung des Klimas liegen zum großen Teil beim Menschen: Abholzung der Regenwälder, zu hohe Kohlenstoffdioxid- emissionen durch Autos und Industrie haben den Treibhauseffekt in den letzten Jahren verstärkt.

Anthropogene Ursachen
Direkt verursacht der Mensch Desertifikation durch unangepaßte Landnutzung. Zu hoher Druck lastet auf den Ressourcen Boden, Brennholz und Wasser.

Landwirtschaft
Wird Ackerland übermäßig beansprucht und kann es sich nicht regenerieren, verliert der Boden wichtige Nährstoffe. Da aufgrund des Bevölkerungswachstums mehr Nahrung für mehr Menschen angebaut werden muß, werden zum Beispiel in der Subsistenzlandwirtschaft und beim Wanderfeldbau die Bracheperioden immer kürzer oder fallen schließlich ganz weg. Auch der Anbau von "cash crops" als Monokulturen fördert die Desertifikation, da der Boden einseitig beansprucht wird.

Bei Intensivierung der Landwirtschaft können unter anderem falsche Bewässerungsmethoden dazu führen, daß die Böden versalzen oder versumpfen. Durch den zu hohen Einsatz von Pestiziden oder Düngemitteln werden sie vergiftet, so daß die Vegetation schließlich zugrunde geht und die Böden landwirtschaftlich nicht mehr genutzt werden können, da sie keine Erträge bringen. Zudem zerstören nicht angepaßte Landmaschinen die Struktur der Böden. Diese Zusammenhänge wurden bei der "Grünen Revolution" in Indien, einem groß angelegten Projekt zur Intensivierung der Landwirtschaft, nicht beachtet und führten zu seinem Scheitern.

Überweidung
Sind beispielsweise die Rinderherden der Bauern zu groß, werden Gebiete rund um die Siedlungen zu stark abgeweidet, so daß die Vegetation sich nicht mehr erholen kann. Auf diese Weise gingen bisher vor allem in Ostafrika und im Sahel 680 Millionen Hektar Land verloren. Umstritten ist die Rolle der Viehherden der Nomaden bei der Desertifikation. Während den Nomaden von vielen Seiten vorgeworfen wird, durch zu große Herden die Vegetation zu zerstören, stufen einige Forscher den Nomadismus als besonders umweltfreundlich ein. Erst durch die Seßhaftmachung der Nomaden durch die Regierungen käme es zu Desertifikation rund um diese neuen Siedlungen.

Abholzung
Die Zerstörung von Baumbeständen nimmt dem Boden den Schutz vor Wind- und Wassererosion. Abgeholzt wird aus einer Vielzahl von Gründen: Rodungen für Ackerbau, industrielle Abholzung, Brenn- und Bauholzgewinnung für den Haushaltsbedarf oder für den Verkauf. - Bevölkerungswachstum Das Wachstum der Bevölkerung hat eine Reihe von ungünstigen Folgen für die Umwelt.

Mehr Menschen benötigen mehr Nahrungsmittel und damit mehr Produktionsfläche. Also werden Baumbestände abgeholzt, um neue Felder anzulegen oder ungeeignete, bereits erosionsanfällige oder marginale (d.h. für den Anbau nur noch bedingt geeignete) Flächen für den Ackerbau zu nutzen. Nach kurzer Zeit geben diese Böden schon keine Erträge mehr. Mehr Menschen benötigen außerdem mehr Brennholz und besitzen mehr Tiere, die die Vegetation stärker abweiden.

Als Folge des ständigen Bevölkerungswachstums breiten die Städte sich aus, Straßen werden gebaut, Industrie siedelt sich an. Für all das geht fruchtbares Ackerland verloren. (Mehr zu diesem Aspekt im Thema "Bevölkerungsexplosion - Wie viele Menschen kann die Erde noch tragen?")

Sozio-ökonomische Ursachen
Ein für die Bodenbauern ungünstiges Landrecht mit zu kurzen Pachtperioden, das ihnen keinen Anreiz für Investitionen in die Fruchtbarkeit ihrer Böden gibt, kann dazu führen, daß die Böden schnell ausgebeutet werden. Die Armutssituation zwingt außerdem diejenigen, die auf keine Reserven zurückgreifen könne, ihren Bedarf an Nahrung unmittelbar zu decken, ohne die langfristigen Folgen für die Böden berücksichtigen zu können.

Die Einführung der Geldwirtschaft sowie die hohe Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer führten zum Übergang von der Subsistenz- zur Marktwirtschaft. Die Bauern versuchen dabei möglichst viel zu produzieren, um einen Anteil verkaufen zu können. Die Folge ist meist eine dramatische Übernutzung der Böden. Nach schlechten Ernten ist ein Kahlschlag des Waldes für diese Menschen oft die letzte Chance, durch den Verkauf von Brennholz oder Holzkohle das zum Überleben gebrauchte Geld zu verdienen.

Sinkende Grundwasserspiegel
Durch Umleitung von Flüssen und Kanälen für Industrieanlagen oder große Landwirtschaftsprojekte sowie Tiefbrunnenbau sinkt der Grundwasserspiegel in der näheren Umgebung. Dies führt dazu, daß die Vegetation abstirbt, da sie mit ihren Wurzeln, das Grundwasser nicht mehr erreicht, Brunnen fallen trocken, so daß die Menschen und Tieren das Trinkwasser fehlt und ihre Felder nicht mehr künstlich Bewässern können.

Verseuchung der Böden
Viele Böden, gerade in der Nähe von Städten, werden durch Industriemüll und Abfälle verschmutzt, im Extremfall verseucht. Dazu tragen auch der Saure Regen, die Überdüngung der Felder und das Einsickern von Öl und anderen chemischen Stoffen bei, so daß die Flächen schließlich landwirtschafltich nicht mehr nutzbar sind.

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