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Mittwoch, 10.03.2010
Auf der Suche nach effektiven Lösungen
Strategien im Kampf gegen die Desertifikation

Seit den großen Dürren im Sahel zwischen 1968 und 1973 ist die Weltöffentlichkeit auf das Problem der Desertifikation aufmerksam geworden. Obwohl seitdem Versuche unternommen werden, diesem Prozeß Einhalt zu gebieten, gehen immer noch fünf bis sieben Millionen Hektar Ackerland pro Jahr verloren.

Nach Ansicht des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU) wird die weltweit zu beobachtende Desertifikation und Degradation von Böden in den nächsten zwei bis drei Dekaden sehr viel deutlicher zu spüren sein als die Folgen des globalen Klimawandels.

Für Forschung und Politik bedeutet diese im globalen Maßstab bedrohliche Entwicklung eine große Herausforderung. Zwar besteht noch immer erhebliche Uneinigkeit, was unter Desertifikation zu verstehen ist und in welchem Maß sie fortschreitet und auch die Frage nach der Irreversibilität von Desertifikation ist ungeklärt. Aber man ist sich darüber einig, daß der Kampf gegen die Desertifikation auf politischer, wirtschaftlicher, sozialer und technologischer Ebene geführt werden muß.

Um die Ausbeutung des Bodens durch Landwirtschaft oder Überweidung zu stoppen, sollen weitere Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden, so z.B. Agroforstwirtschaft, Fischerei und Fischzucht. Die nachhaltige Landnutzung kann durch längere Pachtperioden für die Bauern erreicht werden. Dann nämlich können sie langfristig planen und werden eher in die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit investieren. Außerdem muß das Landrecht dahingehend geändert werden, daß brachliegendes Land, nicht länger als besitzlos angesehen wird. Ist die Vermarktung von Agrarprodukten gesichert, bietet dies für die Bauern einen weiteren Anreiz die Produktivität des Bodens zu erhalten.

Durch bessere Anbautechniken, wie z.B. eine Grasschicht nach der Haupternte, das Anlegen einfacher bewachsener Dämme, Terassen und Hecken als Erosionsschutz, kann der Bodenverlust vermindert werden. Häufig arbeitet der traditionelle Landbau bereits seit je her mit solchen schonenden Anbaumethoden. Eine Intensivierung der Landwirtschaft in umweltverträglicher Form und nur auf den dafür geeigneten Böden würde den Druck von den marginalen und gefährdeten Gebieten nehmen.

Gerodete Waldflächen müssen wieder aufgeforstet werden bzw. noch erhaltene Waldstücke müssen aktiv vor Übernutzung durch die Bevölkerung geschützt werden. Durch Wüstenkultivierung können neuer Ackerflächen gewonnen werden oder desertifizierte Flächen wieder in fruchtbares Ackerland zurückverwandelt werden.

Bei all diesen Projekten ist wichtig, daß die Bevölkerung aktiv beteiligt wird. Sie muß von Anfang an in die lokale Landnutzungsplanung einbezogen werden. Ländliche Gemeinden, besonders Frauen, die häufig immer noch ohne Einfluß sind, sollen mehr Kompetenz und Entscheidungsbefugnis bekommen. Außerdem soll ein Schuldenerlaß seitens der Industriestaaten den armen Ländern die Möglichkeit geben, das vorhandene Ackerland sinnvoll für die eigenen Bedürfnisse zu nutzen und nicht für den Anbau von Exportware zu verwenden, um so Geld für die Zins- und Tilgungsleistungen zu verdienen.

Ferner müssen alle Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit umweltverträglich gestaltet werden.Das BMZ hat deshalb eine Umwelt-Verträglichkeitsprüfung für Entwicklungsprojekte eingeführt.

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