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Sonntag, 12.02.2012
Schreckgespenst Klimawandel
Erdrutsche auf dem Vormarsch?

Der Blick in die Zukunft beim Thema Erdrutsche verheisst nichts Gutes. Die fortschreitende Bevölkerungsexplosion gerade in den Entwicklungsländern wird auch weiterhin dazu führen, dass zahlreiche Naturlandschaften ökonomischen Interessen zum Opfer fallen und jeder zur Verfügung stehende Hang für Siedlungen genutzt wird.

Und auch in den hochentwickelten Ländern ist es fraglich, ob die Menschen in Zukunft darauf verzichten werden, erdrutschgefährdete Gebieten zu bebauen und zu besiedeln. Zu verlockend ist häufig das Panorama dieser Landstriche, zu schnell werden ehemalige Erdrutschkatastrophen in der Region und die damit verbundenen Gefahren aus dem Bewusstsein der Menschen verdrängt.

Hurrikan 
Hurrikan
© NOAA
Gesetzliche Maßnahmen wären nötig, um hier Abhilfe zu schaffen. Ein Vorbild dafür könnte vielleicht Japan sein. Das Land des Sushi, Sumo und Samurai ist fast überall äußerst gebirgig oder hügelig. Deshalb schreibt die Regierung gezielt vor, welche Gebiete siedlungspolitisch genutzt werden dürfen, und bestimmt auch die erforderlichen Baukonstruktionen. Forschung, Beobachtung und Aufklärungskampagnen unterstützen diese Vorschriften. Seit 1958, dem Beginn des Erdrutsch-Überwachungsprogramms, reduzierten sich deshalb dort die Verluste an Menschenleben und Sachwerten erheblich.

Aber nicht nur die Anzahl der Menschen, die von Erdrutschen bedroht werden, steigt weiter an, noch ein anderes Schreckgespenst lauert bereits im Hintergrund. Kommt es in Zukunft wirklich zu der vorhergesagten Zunahme an schweren Unwettern als Folge des Klimawandels - so die Befürchtung der Geologen - wird es schon bald so viele verheerenden Erdrutsche geben wie niemals zu vor.

Die Wissenschaftler berufen sich dabei auf Erdrutschforschungen, die 1998 in Kalifornien/USA stattgefunden haben. Im Rahmen der sintflutartigen Regenfälle nach dem El Nino-Wetterphänomen von 1997 gab es dort entlang der nordkalifornischen Küstenkette von Big Sur bis Mendocino eine unglaubliche Zahl an Schlamm- und Gerölllawinen. 18.000 dieser Extremereignisse sollen damals in kürzester Zeit aufgetreten sein.

Wie die Wissenschaftler nachweisen konnten, kam es dabei ab einer bestimmten vorausgesagten Regenfallschwelle in der Tat zu einem extrem gehäuften Auftreten solcher Massenbewegungen. Ähnliche Resultate bei den geologischen Untersuchungen der schweren Erdrutsche in Südkalifornien im selben Jahr unterstützten diese Theorie.

Da die Indizien für einen starke Häufung solcher extremen Regenfälle in der Zukunft eindeutig sind - innerhalb der letzten 16 Jahre gab es immerhin drei starke und zwei schwache El Niños, soviel wie nie zuvor - muss man, was Naturkatastrophen wie Erdrutsche oder Schlammlawinen angeht, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten das Schlimmste fürchten...

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