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Sonntag, 12.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Normalerweise ist der Prozess der Erosion und des Transports kaum wahrnehmbar. Treffen jedoch bestimmte Faktoren zusammen, bewegen sich Gesteinsmassen und Bodenmaterial plötzlich unter dem Einfluss der Schwerkraft bergab. Eine rasend schnelle Mixtur aus Wasser, Stein und Schlamm entsteht.

  • Bei den Rutschungen von Lockergesteinen spielt Wasser eine besondere Rolle. Es lockert die zusammenhängenden kleinen Bodenteilchen und wirkt schließlich wie ein Schmiermittel. Böden beginnen langsam zu fließen - Bodenkriechen - oder Schuttströme gehen auf die Reise Richtung Tal.

  • Solche Massenbewegungen riegeln gelegentlich sogar ganze Täler ab und stauen die Flüsse oder Bäche zu neuen Seen an. Gelingt es dem aufgestauten Wasser, sich einen Weg durch die Geröllmassen zu bahnen, drohen talabwärts Flutwellen.

  • Die Ursachen von Erdrutschen sind vielfältig: hohe Bodenfeuchte, starkes Relief, Erdbeben, und Vulkanausbrüche. Aber auch der Mensch ist beteiligt: In fast 40 Prozent aller Fälle löst er einen Erdrutsch selbst aus, zum Beispiel durch Hanganschnitte für den Straßenbau, Aufschüttungen oder andere Baumaßnahmen.

  • Durch Aufforstungen, Entwässerungsmaßnahmen oder Stützmauern versuchen Wissenschaftler und Techniker vielerorts die Situation in den Griff zu bekommen. Je nach Beschaffenheit des Hangs und des Untergrunds können dabei sowohl technische als auch biologische Methoden eingesetzt werden.

  • 1970 starben in Südamerika 18.000 Menschen bei einer einzigen Schlamm- und Gerölllawine, 1985 waren es bei einer ganzen Serie solcher Erdrutsche in Kolumbien sogar fast 25.000. Die finanziellen Schäden aus diesen Katastrophen überschreiten in Ländern wie den USA, Italien, Japan, Indonesien oder Indien jedes Jahr regelmäßig die Milliardengrenze.

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