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Sonntag, 12.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Der Anstieg der Temperaturen mit zunehmender Erdtiefe, der geothermische Gradient, beträgt etwa zwei bis drei Grad pro 100 Meter Tiefe.


  • Ungefähr siebzig Prozent der Erdenergie entsteht bei dem ständigen radioaktiven Zerfall der in der Erde natürlich vertretenen radioaktiven Elementen wie Uran (U 238), Thorium (Th 232) und Kalium (K 40). Die übrige Erdwärme stammt größtenteils aus der Zeit der Erdentstehung.


  • Geothermische Gebiete befinden sich vor allem in den geologisch aktiven Zonen, in denen Vulkane, Geysire und Erdbeben besonders häufig auftreten.


  • Die Energie, die die Erde in Form von Wärme ständig abgibt, könnte - würde sie "eingefangen" - alle Energieprobleme der Menschen auf einen Schlag lösen.


  • Die drei größten geothermischen Kraftwerke stehen in The Geysers (USA, 700 MW), Lardarello (Italien, 400 MW) und Wairakei (Neuseeland, 300MW). Insgesamt gibt es weit über 200 Kraftwerke mit einer installierten Leistung von über 6 000 MW. Die Leistung aller geothermischen Heizwerke ist mit weltweit etwa 15 000 MW noch größer, im Vergleich zum Potential dieser Energiequelle jedoch ebenfalls verschwindend gering.


  • Bisher gibt es in Deutschland keine geothermischen Kraftwerke. Die Erdwärme wird nur für die direkte Nutzung in Geoheizwerken und für Thermalbäder in Kombination mit Gebäudeheizung verwendet. Insgesamt existieren 24 größere Anlagen mit Leistungen zwischen 100 Kilowatt und 20 Megawatt thermischer Energie. Die Gesamtleistung aller Geoheizwerke Deutschlands liegt bei 50 Megawatt.


  • Die erste industrielle Nutzung der Erdwärme gelang dem jungen Franzosen Francois Larderel. Dieser gründete zwischen 1818 und 1835 neun Borsäure-Fabriken. Die Larderell-Kraftwerke gibt es noch heute: Mehr als 245°C heißer, meist in etwa 1000 Meter Tiefe erbohrter Dampf speist mehrere Kraftwerksblöcke mit 390 Megawatt Gesamtleistung.


  • Auch das Erdreich kann als Wärmequelle dienen, man nennt dies oberflächennahe Geothermie. In ein bis zwei Metern Bodentiefe sinken die Temperaturen auch im Winter gewöhnlich nicht unter 5°C. Diese "Wärme" kann mit Hilfe von Wärmepumpen zur Heizung von Räumen verwendet werden


  • Im Sommer liefert uns das gemäßigte Klima ein Überangebot an Wärme, im Winter müssen wir heizen, da uns zu kalt ist. Durch Geothermie kann die Sommerwärme im Winter, die Winterkälte im Sommer genutzt werden.


  • Die heute gesicherten fossilen Energievorräte an Erdöl, Erdgas und Kohle reichen nur noch Jahrzehnte. Sonnenenergie, Wasserkraft, Windenergie, Biomasse und Erdwärme sind hingegen Energiequellen, die sich laufend ergänzen. Die Erdwärme vermindert sich zwar insgesamt langsam, an menschlichen Zeiträumen gemessen gilt sie jedoch trotzdem als "unerschöpflich".

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