Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Sonntag, 12.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Drittel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt: davon entfallen 94 Prozent auf die Ozeane, vier Prozent auf Grundwasser, 1,7 Prozent auf polare Eismassen und der Rest auf Flüsse, Seen und Wasser in der Atmosphäre.


  • Nur ein geringer Teil des Süßwasservorkommens ist für den Menschen zugänglich.


  • Der weltweite Wasserverbrauch hat sich zwischen 1940 und 1990 vervierfacht; die Weltbevölkerung hat sich im gleichen Zeitraum verdoppelt.


  • Knapp ein Fünftel der Weltbevölkerung lebt in Haushalten, die an Wasser- und Abwasserleitungen angeschlossen sind.


  • 1,1 Milliarden Menschen weltweit haben nicht einmal 20 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung.


  • Zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser; sie sind auf Flüsse, Seen, Bäche oder Tümpel angewiesen.


  • Rund 436 Millionen Menschen leben in Ländern, in denen Wasser bereits knapp ist. Bis zum Jahr 2050 wird voraussichtlich mindestens ein Viertel der Weitbevölkerung mit chronischem oder immer wiederkehrendem Süßwassermangel leben.


  • "Wasserarm" ist nach Angaben des Worldwatch-Instituts ein Staat, in dem weniger als 2,74 Liter Wasser pro Person und Tag zur Verfügung stehen.


  • Mindestens die Hälfte aller Krankheiten in den Entwicklungsländern sind auf verschmutztes Wasser zurückzuführen, zum Beispiel Durchfall, Cholera, Typhus, Billharziose, Wurmbefall oder Augenkrankheiten.


  • Drei bis vier Millionen Kinder sterben jährlich an Durchfallkrankheiten und Infektionen, hervorgerufen durch unsauberes Wasser.


  • Während heute der Mittlere Osten und Nordafrika am stärksten von Wasserknappheit betroffen sind, wird in den nächsten 50 Jahren vor allem das südliche Afrika an Wassermangel leiden.


  • Einen großen Teil der Wasservorräte müssen sich mehrere Staaten teilen. Mindestens 214 Flüsse sind internationale Gewässer; 60 Prozent der Menschheit lebt in grenzüberschreitenden Flußeinzugsgebieten.


  • Wasserrechte werden als politischer Zündstoff immer gefährlicher: Heutige Konflikte betreffen große internationale Ströme und Seen und die ökonomische Nutzung des Wassers.

  • Der größte Wasserverbraucher (und Verschwender) ist die Landwirtschaft, die knapp zwei Drittel aller Reserven verbraucht. Durch ineffiziente Bewässerung gehen weltweit rund 60 Prozent (!) des Wassers verloren.


  • Zwischen 30 und 40 Prozent der weltweit produzierten Nahrungsmittel sind von künstlicher Bewässerung abhängig.


  • Rund 23 Prozent des weltweit genutzten Wasser werden in der Industrie eingesetzt: als Lösungsmittel, zum Reinigen, Spülen, Heizen und Kühlen.


  • Die zunehmende Verschmutzung des Oberflächen- und Grundwassers verschärft die Wasserkrise. Zu den Umweltsündern zählen Düngemittel und Pestizide, tierische und menschliche Exkremente, Salze, die Einleitung ungeklärter Abwässer, Giftmüll, Waschmittelrückstände, belastete Abwässer aus der Straßenreinigung usw.


  • In den Metropolen der Entwicklungsländer landen bis zu 90 Prozent der Abfälle "ungeklärt" in Flüssen oder im Grundwasser.


  • Zum Überleben braucht der Mensch mindestens zwei bis fünf Liter Wasser pro Tag. Ein europäischer Haushalt verbraucht durchschnittlich 150 Liter Wasser täglich, davon nur drei Liter für Essen und Trinken, den Rest für Haushalt, Garten und Auto, Geschirr, Wäsche und Körperhygiene.


  • Zum Vergleich: Ein indischer Haushalt verbraucht im Durchschnitt 25 Liter pro Tag.


  • Arme Familien in vielen Großstädten der Entwicklungsländern wenden ein Fünftel ihres Einkommens für den Kauf von Wasser auf.


  • Mit 15.000 Kubikmeter Wasser kann man:
    - einen Hektar Reisfeld bewässern
    - 100 Nomaden und 450 Stück Vieh drei Jahre lang versorgen
    - oder 100 ländliche Familien für vier Jahre
    - oder 100 städtische Familien für zwei Jahre
    - oder 100 Gäste eines Luxushotels für 55 Tage.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Krieg um Wasser
Die neue Gefahr für den Weltfrieden?
Wie wahrscheinlich sind Kriege um Wasser?
Von Wassermangel, Wasserknappheit und Nutzungskonflikten
"Wasser ist wichtiger als Öl"
Globale Wasserpolitik
Kalter Krieg um Wasserrechte
Türkei, Irak und Syrien als Konfliktparteien
Von internationalen Flüssen und Souveränität
Das internationale Recht
Die strategische Kontrolle über das Wasser
Das Südost-Anatolienprojekt (GAP) in der Türkei
Wasser als Machtfaktor
Die Auswirkungen des GAP
Drei Länder, drei Quellen
Das "geographische" Konfliktpotential im Jordanbecken
Der Konflikt ist so alt wie das Land Israel
Die besondere Brisanz der Ressource Wasser in der Region
Wasser für alle
Der Friedensprozeß im Nahen Osten und seine Folgen
Wassercharta und globales Aktionsprogramm
Vorschläge zur Lösung der Süßwasserkrise
Kooperative Nutzung Wasserläufe
Empfehlungen der Petersberger Erklärung
Kann man Kriege um Wasser verhindern?
Ein Fazit
Süßwasser - Eine Ressource wird knapp
Verteilung der Wasservorräte auf der Erde
Wasserknappheit im Vergleich
Eine Ressource und ihre Verfügbarkeit
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Lake Wostok
Quallen
Aktuelle Dossiers
Wie eine lebende Haut
Neue Korrosionsschutzschichten sollen Defekte selbstständig heilen
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts