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Sonntag, 12.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Regelmäßige zeitliche Abläufe gibt es in der belebten Natur fast überall. Ihre zeitliche Spanne reicht dabei von Zyklen mit nur wenigen Sekunden Dauer, wie dem Herzschlag, bis hin zu Tages- oder jahresperiodischen Schwankungen.


  • Auch ohne äußere Zeitgeber laufen solche biologischen Rhythmen weiter - sie sind von einer inneren Uhr gesteuert. Sie schwingt jeweils in einer spezifischen Periode, die durch äußere Faktoren wie Licht, Nahrung oder Bewegung mit der Umwelt synchronisiert wird.


  • Innere Uhren haben sich vermutlich als Anpassung an das Leben auf einer sich drehenden Welt entwickelt. Die Lebewesen haben sich damit den von der Natur vorgegeben Zyklen nicht nur angepasst, ihre eigenen Rhythmen "sehen" die regelmäßigen Wechsel in der Umwelt wie beispielsweise Jahreszeiten oft sogar voraus.


  • Bei Säugetieren - und damit auch dem Menschen - sitzt die innere Uhr in den so genannten suprachiasmatischen Kernen (SCN), einer kleinen Region im Hypothalamus, direkt über der Kreuzung der Sehnerven. Bei Vögeln und Reptilien übernimmt die Zirbeldrüse diese Aufgabe.


  • In den Zellen der Uhr aktivieren Uhren-Gene bestimmte Proteine, die ihrerseits wiederum über Nervenimpulse und Botenstoffe andere Zellen, Gewebe und Organe anregen oder hemmen. Uhrengene sind in fast jeder Körperzelle zu finden, folglich gibt es Milliarden von "Nebenuhren" im menschlichen Körper. Sie alle werden jedoch von den Signalen der Hauptuhr synchronisiert.


  • Die Zirbeldrüse produziert das Schlafhormon Melatonin und spielt daher auch beim Menschen eine wichtige Rolle für den Schlaf-Wach-Rhythmus. Durch Jetlag oder Schichtarbeit kann dieser Rhythmus gestört werden, Melatonin wird dann zur falschen Tageszeit ausgeschüttet, und Müdigkeit am Tage und Schlafstörungen in der Nacht sind die Folge.

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