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Sonntag, 12.02.2012
Wie helfen?
Lastminute Naturschutz

Der Zweck heiligt die Mittel - auch im Falle der Gorillas. Mit dem Kauf eines Kastens Krombacher-Bier kann der Verbraucher in Deutschland gleichzeitig einen Quadratmeter afrikanischen Regenwald schützen, um somit den Lebensraum der Gorillas und anderer vom Aussterben bedrohter Tiere zu bewahren. Durch diese verkaufsfördernde Werbemaßnahme einer deutschen Brauerei fließen seit Ende April 2003 zum zweiten Mal Gelder in das WWF-Projekt Dzanga-Sangha zum Schutze der Flachlandgorillas im (noch) artenreichen Kongobecken der Zentralafrikanischen Republik. Eine zugegebenermaßen außergewöhnliche Rettungsaktion. Doch kommt auch diese Maßnahme für die Menschenaffen fast schon zu spät.

Die Lage ist ernst: Die Zahl der Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen sinkt stündlich und so steigt die Anzahl der weltweiten privaten, nicht-kommerziellen oder politischen Hilfsorganisation. Aufklärung über die aktuellen Fakten und grausamen Zustände vor Ort stehen dabei immer an erster Stelle.

Die Virunga-Berge in Ruanda: eines der letzen Refugien der  Berggorillas 
Die Virunga-Berge in Ruanda: eines der letzen Refugien der Berggorillas
© GFDL  Die Virunga-Berge in Ruanda: eines der letzen Refugien der  Berggorillas
Doch trotz internationaler Unterstützung hängt der Tier- und Naturschutz in Afrika, wie auch in Asien, am stärksten von der wirtschaftlichen Situation und den politischen Regierungen der betroffenen Länder ab. Denn wo der Bürgerkrieg Menschenleben vernichtet und die Bevölkerung in Armut stürzt, ist die unkontrollierte Jagd Teil des nackten Kampfes ums Überleben und erstickt jegliches Mitgefühl für andere Geschöpfe.

Zauberwort Kooperation
Gemeinsam hat man eine größere Lobby, dachten sich Organisationen und Einzelpersonen, die für die Erhaltung und das Wohl von Menschenaffen arbeiten, und schlossen sich zum internationalen Verbund der Ape Alliance zusammen. Auch die Vereinten Nationen (UNEP) fördern mit über einer Millionen Dollar das Great Ape Survival Project (GRASP), um wie schon bei den Nashörnern eine Tierart gezielt vorm Aussterben zu retten.

Geldspenden, Aufklärungsarbeit, Mitgliedschaft in Hilfsorganisation oder eine Tierpatenschaft können den Organisationen, Nationalparks, Affenwaisenhäuser und Auswilderungsstationen helfen mit ihrer Arbeit fortzufahren. Wer selber aktiv werden möchte, kann entweder seinen Jahresurlaub opfern, um vor Ort den Schutzstationen und Hilfsorganisationen als Freilwilliger unter die Arme zu greifen oder mit einer organisierten Tour zu den Menschenaffen den sanften Tourismus fördern.

Aber auch das Konzept des Ökotourismus steht unter Beschuss. Durch den engen Kontakt können Menschen beispielsweise Krankheiten auf die wildlebenden "Objekte der Begierde" übertragen und ganze Populationen von Gorillas und Schimpansen durch Windpocken und Lungenentzündung ausrotten.

Hilfsorganisationen im www
In einem fast unüberschaubaren Wirrwahr an Schutzprojekten werden die unterschiedlichsten Schwerpunkte gesetzt.
Einige Beispiele: Das kalifornische Bushmeat-Project und die Bushmeat Crisis Task Force (BCTF) in Washington D.C. berichten mit schockierenden Bildern von den Gräultaten der Wilderer und dem illegalen Handel mit Buschfleisch und geben Hoffnung, dass der Ausbruch von SARS in China den Verzehr und Export von Wilden Tieren aus Asien in Zukunft stoppt.

Andere Hilfsorganisationen konzentrieren sich auf nur eine bestimmte Menschenaffenart. Die Bonobo Conservation Initiative ist eine nicht-kommerzielle Initiative, die Aufklärungsarbeit leisten will und Spenden zum Erhalt der Zwergschimpansen und deren Habitat sammelt. Die 1976 gegründete Gorilla-Foundation unterstützt mit der Gorilladame Koko, die über die Zeichensprache kommuniziert und kleine Kätzchen liebt, den Erhalt ihrer Artgenossen.

Die kalifornische Orang-Utan Foundation wirbt mit der bekannten Primatologin Birute Galdikas als Schirmherrin für den Naturschutz auf Borneo und Sumatra. Auch das Jane Goodall Institut setzt sich mit der gleichnamigen Schimpansenforscherin für das Überleben der Schimpansen im Gombe Nationalpark in Tanzania ein. Und Hollywood? Erst kürzlich wurde der Schauspieler Leonardo di Caprio für sein Engagement im Naturschutz mit dem Green Cross Millenium Award ausgezeichnet. Und wieder einmal heiligt der Zweck die Mittel.

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