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Montag, 13.02.2012
Warum trotzen Svalbard-Gletscher der globalen Erwärmung?
Deutsche Wissenschaftler untersuchen Auswirkungen des Klimawandels in der Arktis
Die Auswirkungen des Klimawandels in der Arktis stehen im Mittelpunkt einer Forschungsreise deutscher Wissenschaftler, die am 9. Mai begonnen hat und noch bis zum 5. Juni 2008 dauert. Ziel ist es, auf der Inselgruppe Svalbard neue Erkenntnisse über die Reaktion von Gletschern auf die globale Erwärmung zu gewinnen.

Svalbard
Svalbard
© GFDL Svalbard
Eisbären sind neugierig und „haben anscheinend ein Gespür für besonders teure Messgeräte“, sagt Professor Dieter Scherer von der Technischen Universität (TU) Berlin aus leidvoller Erfahrung vergangener Expeditionen.

Expedition in den Hohen Norden
Das hindert ihn aber nicht daran, auf der Expedition zusammen mit Kollegen der TU Berlin und der RWTH Aachen auf 80 Grad nördlicher Breite umfangreiche meteorologische und glaziologische Messeinrichtungen zu installieren und für ein Jahr in Betrieb zu nehmen. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt ist Bestandteil zweier internationaler Forschungskooperationen im Rahmen des Internationalen Polarjahres 2007/08 mit Beteiligung von mehr als hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus über 17 Ländern.

Mit Hilfe von Feldmessungen, satellitengestützter Fernerkundung sowie numerischen Modellen zur Simulation der aktuellen und zukünftigen Klimabedingungen soll dabei untersucht werden, wie die großen Eismassen der europäischen Arktis auf den Klimawandel reagieren werden.

Bartrobbe
Bartrobbe
© Jerzy Strzelecki/ GFDL Bartrobbe
Resistent gegen das Abschmelzen?
Bis heute ist beispielsweise noch nicht geklärt, warum die beiden großen Eiskappen des Vestfonna und des Austfonna, beide auf der zur Inselgruppe Svalbard gehörenden Insel Nordaustlandet gelegen, bisher kaum auf die schon deutliche Erwärmung reagieren, während die meisten Gletscher in Svalbard dem weltweiten Trend des Abschmelzens folgen.

Die Berliner und Aachener Wissenschaftler werden mit Zelt und Motorschlitten ausgestattet auf dem Eis des 2.500 Quadratkilometer großen Vestfonna Hunderte von Kilometern zurücklegen, um sechs Messstationen sowie eine Vielzahl weiterer Sonden aufzubauen. Dabei kommen auch Geräte zum Einsatz, die noch nie unter solch schwierigen logistischen Bedingungen betrieben wurden.

Klimamodelle berechnen Massenbilanz
Die auf dem Vestfonna gewonnenen Messdaten werden die Forscher nutzen, um Klimamodelle zu errechnen, die zur Bestimmung der Massenbilanz der beiden Eiskappen benötigt werden.

Ergänzt wird das deutsche Team von Matthias Braun vom Zentrum für Fernerkundung der Landoberfläche (ZFL) der Universität Bonn, der die Satellitendaten auswerten wird.
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