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Montag, 13.02.2012
Raptoren gab’s auch in Niedersachsen
Wissenschaftler entdecken weltweit einmalige Dinosaurierfährten
In den Obernkirchener Sandsteinbrüchen in Niedersachsen haben Wissenschaftler des Landesmuseums Hannover einen atemberaubenden Fund freigelegt: Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern entdeckten sie Fußabdrücke des Raubsauriers Raptor. Nie zuvor wurden bisher Spuren dieser Urzeittiere in Europa nachgewiesen.

Fußabdruck des Raptors
Fußabdruck des Raptors
© Landesmuseum Hannover Fußabdruck des Raptors
Der Raptor ist mit den Vögeln nahe verwandt und gehört zu den eher kleinen Sauriern. Einem großen Publikum wurde er bekannt durch den Filmklassiker „Jurassic Park“. Der Raptor zeichnete sich durch seine sehr großen, sichelförmigen Zehenkrallen aus, die am Inneren der drei Laufzehen saßen und durch die Laufbewegung nach oben klappten.

Aus dieser anatomischen Auffälligkeit resultieren zweizehige Fährtenabdrücke, die jetzt im Steinbruch besonders gut zu erkennbar sind. Spektakulär ist dabei laut dem Niedersächsischen Landesmuseum Hannover, dass mit mittlerweile acht nachweisbaren Einzelfährtenzügen in den Obernkirchener Sandsteinbrüchen sogar sämtliche bisher bekannten anderen Funde aus China, Korea, dem Niger und Utah übertroffen werden.

Fußabdruck des Iguanodon
Fußabdruck des Iguanodon
© Landesmuseum Hannover Fußabdruck des Iguanodon
Iguanodons waren soziale Tiefe
Doch das ist längst noch nicht alles: Denn die Hannoveraner Paläontologen sind bei ihren Ausgrabungsarbeiten auch auf neue, ungewöhnlich gut erhaltene Abdrücke von Iguanodons gestoßen. Vereinzelte Fährten der Pflanzenfresser sind in den Obernkirchener Steinbrüchen bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt.

Die Neufunde der Trittsiegel weisen nach Angaben der Forscher erstaunlicherweise zwei zueinander parallel verlaufende Fährten auf. Von den Spuren des großwüchsigen Iguanodons, der vielen als „Charakter-Dinosaurier“ bekannt ist, können die Forscher nun auf die Wanderrichtung zweier Herden schließen. Eine Gruppe lief offensichtlich in Richtung Nord-Nordost, die andere nach Süd-Südwest.

Die Fährten verraten zudem, dass die Herden innerhalb ihrer Gruppen Sichtkontakt untereinander hatten. Dies ist von enormer Bedeutung, da es das Sozialverhalten der Dino-Riesen belegt. Trittspuren unterschiedlicher Größen zeigen darüber hinaus, dass die Tiere vor Jahrmillionen im Familienverband ihren Weg durch Niedersachsen zurücklegten.

Fußabdruck des Allosauriers
Fußabdruck des Allosauriers
© Landesmuseum Hannover Fußabdruck des Allosauriers
Weltsensation im Sandstein
Ganz in der Nähe entdeckten die Paläontologen zudem noch eine weitere Fährtenplatte. Dieses Mal mit Fußabdrücken von Allosauriern, die hier sogar dicht gedrängt liegen. Die von diesem Fleischfresser stammenden Spuren wurden bislang in dieser Form noch nirgendwo anders vorgefunden.

Die Dinosaurier-Neufunde sind nach Angaben des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover eine Weltsensation und im globalen Wissenschaftskontext von außerordentlicher Bedeutung.
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