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Donnerstag, 24.05.2012
Thomas Thielemann im Interview
Arbeitskreis für Junge Geologinnen und Geologen
Dr. Thomas Thielemann
Dr. Thomas Thielemann
© Dr. Thomas Thielemann
Dr. Thomas Thielemann, 32 Jahre, arbeitet im Referat Energierohstoffe der Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe (BGR) in Hannover. In dem Arbeitskreis ‚Junge Geologinnen und Geologen' der Deutschen Geologischen Gesellschaft (DGG) engagiert er sich für die Belange junger Geowissenschaftler.

AWS: Wie kam es zu Deinem Engagement für junge Geowissenschaftler?

Thielemann: Zu Schulzeiten und auch im Studium musste ich mir Infos zum Geologiestudium mühsam erarbeiten. Das wollte ich ändern. Daher haben wir in unserem Arbeitskreis viele Infos und Adressen zusammengetragen. Jetzt haben es Studierende einfacher.

AWS: Wie sieht die Arbeit des Arbeitskreises aus?

"Geowissenschaften studieren"
© DGG
Thielemann: Wir, das sind Studierende und Berufseinsteiger, treffen uns alle zwei bis drei Monate. 2002 haben wir die Broschüre "Geowissenschaften studieren" erstellt. Darin wird erklärt, was Geowissenschaften sind, wie die Studiengänge und Arbeitsmöglichkeiten aussehen. Unser neuestes Projekt ist, die Umbrüche an Geo-Instituten zu begleiten und Informationen z. B. zu den neuen Abschlüssen zusammenzutragen. Ein Erfolg von uns ist auch, dass studentische Belange auch in der DGG ein größeres Gehör bekommen.

AWS: Thomas, wenn man Dich kennen lernt, hat man den Eindruck, dass Dein Herz schon immer für die Geowissenschaften schlug. Haben sich Deine Erwartungen auch im Beruf erfüllt?

Thielemann: Ja. Zwar ist die Geländearbeit sehr selten geworden. Und Verwaltungsaufgaben sind auch zu bewältigen. Aber thematisch beschäftige ich mich mit weltweiten Energiemärkten. Das ist hoch spannend, wie jetzt etwa während der Irak-Krise. Der tägliche "kick" bei der Arbeit ist, die Entwicklung am Energiemarkt aufgrund geowissenschaftlicher und wirtschaftlicher Daten vorherzusehen. Das erfordert eine gute Datenbank und eine intensive Recherche zu jeder möglichen Lagerstätte weltweit.

AWS: Für Deine Doktorarbeit hast Du am Forschungszentrum Jülich gearbeitet. Was hat sich an der Arbeit in einer Behörde gegenüber dem Großforschungszentrum verändert?

Thielemann: Eine Behörde verlangt ein Stück mehr Verwaltungsaufgaben (Projektanträge, Berichte,…) als das Großforschungszentrum. Forschung ist - zumindest in meinem Bereich hier bei der BGR - nur ein Randthema.

AWS: Doch wohl nicht nur. Denn auf eurer Webseite gibt es viele Projekte. Gibt es so etwas wie ein Lieblingsprojekt für Dich?

Thielemann: Ja - zurzeit ist es das Thema Grubengas. Hier forsche ich zur Entstehung deutscher Lagerstätten und zur besseren Vorhersagbarkeit ihrer Reichweite. Das kann im günstigen Fall die Wirtschaftlichkeit einzelner bestehender Blockheizkraftwerke verbessern.

AWS: Du arbeitest auch in der Entwicklungszusammenarbeit. Wie sieht die denn aus?

Thielemann: Zurzeit sitze ich an einem Projekt, Kohlen in Rumänien zu karbonisieren. Das ist eine Art von Veredlung. Damit können wir für das Produkt bessere Absatzmärkte schaffen als für die reine Kohle. Ziele sind die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Schonung der rumänischen Wälder durch die Bereitstellung eines Ersatzbrennstoffes. Ganz spannend.

AWS: Thomas, ich danke Dir für das Gespräch.
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