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Montag, 13.02.2012
Wie Dürren und Stürme den Boden verändern
Beate Michalzik zur neuen Professorin für Bodenkunde der Universität Jena ernannt
Dürre
Dürre
© Stefan Kühn / GNU FDL Dürre
Orkane verwüsten oft weite Landstriche und verursachen nicht selten Kosten in Millionenhöhe. So waren beispielsweise die Waldschäden nach Kyrill auch für den Laien nicht zu übersehen: In Sekundenschnelle hatte das Sturmtief Bäume wie Streichhölzer umgeknickt und so riesige Forstgebiete zerstört. Betroffen von solchen unberechenbaren Naturereignissen ist jedoch nicht nur der Wald, sondern auch der Boden als Teil des Ökosystems.

Welche Funktionen Böden darin haben, ist Forschungsschwerpunkt von Beate Michalzik, die vor kurzem zur Professorin für Bodenkunde an der Universität Jena ernannt worden ist. „Vordergründig interessieren mich die Stoffkreisläufe im Boden als Schnittstelle in Ökosystemen“, erklärt Michalzik. Ein wichtiger Forschungsaspekt ist für die Geoökologin dabei, wie kurzfristige Störungen, zum Beispiel Stürme, Hitzeperioden oder Massenvermehrungen von Forstinsekten die Stoffdynamik im Boden verändern.

Boden kein starres System
„Im Grunde genommen betreibe ich Ökosystemanalyse im Hinblick auf verschiedene Faktoren. Veränderungen der Standortbedingungen, der Vegetation und des Klimas - alles hat Einfluss auf den Boden. Es ist kein starres System", sagt Michalzik. Dies sollen auch ihre Studierenden aus den Lehrveranstaltungen mitnehmen.

Die neue Bodenkundlerin der Universität Jena: Prof. Dr. Beate Michalzik.
Die neue Bodenkundlerin der Universität Jena: Prof. Dr. Beate Michalzik.
© Peter Scheere/FSU Die neue Bodenkundlerin der Universität Jena: Prof. Dr. Beate Michalzik.
Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Theorie und Praxis ist der Wissenschaftlerin dabei sehr wichtig. Selbst möchte sie ebenfalls nicht auf die Arbeit im Labor und im Freiland verzichten. Deshalb nimmt sie sich gerne die Zeit, mit ihren Studenten auf Exkursionen zu gehen, „weil diese so am besten die wissenschaftlichen Zusammenhänge begreifen.“ Mitreißen und für das Fach begeistern, das will Michalzik. Genauso hat es ihr eigener Professor während des Studiums in Bayreuth gemacht.

Promotion in Bayreuth
Nach der Promotion im Jahr 1999 über Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe in Waldböden forschte Michalzik als Marie-Curie-Stipendiatin ein Jahr im britischen Windermere. Dort war sie an Modellentwicklungen zur Untersuchung der Kohlenstoffdynamik im Boden beteiligt.

Nach einer Station an der Technischen Universität (TU) Dresden wirkte die Geoökologin dann als Juniorprofessorin für Bodengeographie und Bodenökologie an der Universität Göttingen, bevor sie in diesem Semester nach Jena wechselte.

Viele neue Projekte geplant
Ideen für neue Projekte hat Michalzik viele. Auch eine Reihe von Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Jenaer Instituten schweben ihr vor. Örtlich begrenzt sind ihre Forschungsschwerpunkte dabei nicht. Das zeigt auch ihr aktuelles Vorhaben: In Indonesien untersucht Michalzik im Rahmen eines Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zurzeit die Nährstoffversorgung tropischer Regenwälder unter Dürrebedingungen. Die Jenaer Bodenkundlerin plant in Zukunft aber auch Projekte in Afrika, Mitteleuropa und natürlich in Thüringen.
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