Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Montag, 13.02.2012
Ein "Tigerauge" der Superlative
Mineralogisches Museum der Universität Bonn stellt riesigen Edelstein aus
Das größte in einem deutschen Museum ausgestellte "Tigerauge" ist ab jetzt im Mineralogischen Museum der Universität Bonn im Poppelsdorfer Schloss zu sehen. Der Edelstein, eine Scheibe von etwa zwei Metern Länge und 150 Kilogramm Gewicht, stammt aus der Bergkette Hamersley Range in Westaustralien, dem vermutlich besten Tigerauge-Vorkommen, das bisher gefunden wurde.

Detail des Tigerauges
Detail des Tigerauges
© Renate Schumacher / Uni Bonn Detail des Tigerauges
Eine Stecknadel im Heuhaufen
Im Jahr 2005 stießen die Australier Glenn Archer, David Vaughan und Richard Williamsen von der Firma Australian Outback Mining auf das Tigerauge-Vorkommen in der 2,5 Milliarden Jahre alten Marra Mamba Formation. Die Fundstelle wirkt eher wie eine Stecknadel im Heuhaufen - sprich der Weite Westaustraliens. Zwei Blöcke von über fünf Tonnen wurden damals so intakt wie möglich belassen.

Unter Einsatz modernster Techniken schnitt Vaughan anschließend die Platte zu und polierte sie in erstklassiger Qualität - ein Meisterwerk, weil der Schnitt exakt parallel zu den Fasern erfolgen muss, damit das Gestein nicht stumpf erscheint.

Wertvoller Edelstein
Das große Tigerauge wurde zuletzt auf der größten Mineralienbörse der Welt in Tucson, Arizona, und vor einigen Wochen auf den Münchener Mineralientagen ausgestellt. Der Leiterin des Bonner Mineralogischen Museums, Renate Schumacher, gelang es dann Vaughan davon zu überzeugen, dass das Tigerauge im Poppelsdorfer Schloss ein adäquates Zuhause finden könnte.

Noch handelt es sich bei dem gewaltigen Edelstein nur um eine Leihgabe. Schumacher hofft aber, dass das Tigerauge auf Dauer im Poppelsdorfer Schloss zu besichtigen sein wird. Der Wert des Fundstücks ist enorm. Dies belegt ein Vergleich mit einer kleineren Platte, die bei einer Auktion in Texas im Juni 2008 versteigert wurde - für erstaunliche 215.000 US-Dollar.

Daten und Fakten zum Bonner Museum
Das Mineralogische Museum der Universität Bonn ist jeden Mittwoch und Freitag von 15 bis 17 Uhr und sonntags (außer an Feiertagen) von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Eintritt: ab 17 Jahren 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

Link:
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.min.uni-bonn.de/museum/index.html
Artikel drucken    zum Archiv
Nach verwandten Themen suchen:
Minerale, Edelsteine, Tigerauge, Gesteine, Vorkommen, Australien, Platte
Mehr zum Thema im GeoUnion-Newsportal
Terra mineralia – eine mineralogische Reise um die Welt (04.11.2008)
Bergakademie Freiberg präsentiert weltgrößte private Mineraliensammlung
Steine des Himmels (18.07.2008)
Sonderausstellung in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena
Neues Mineral in Kometenstaub entdeckt (11.07.2008)
Winzige Staubkörnchen enthielten bisher unbekannte Verbindung aus Mangan und Silizium
Wüstenrosen zum Anfassen (13.06.2007)
Neue Sonderausstellung über Mineralblüten eröffnet
Granit als Dauerbrenner (21.03.2007)
Beliebter Werkstoff zum „Gestein des Jahres 2007“ gekürt
„Synthetischer Obsidian“ als Fälschung entlarvt (15.12.2006)
Imitationen natürlicher Gläser boomen, tragen aber nicht immer die richtige Bezeichnung
Mineralogen - Weltmeisterschaft entschieden (30.06.2006)
Freiberger Mineraloge auf dem 3.Platz
Sternenstaub unterm Mikroskop (23.05.2006)
Mineralogen untersuchen Staubteilchen aus dem Kometen „Wild 2“
Spurensuche im Gestein (18.10.2005)
Interview mit Professor Gregor Markl
Neues Mineral „Pauflerit“ entdeckt (17.05.2005)
Dresdner Physiker wird Namenspatron
Glitzernder Rost der Erde (10.05.2005)
Oxidationsminerale – Schätze des Bodens
Essen, Trinken - und Kristalle (10.12.2003)
Mineralogisches Museum Bonn
Suche
Erweiterte Suche
GeoUnion
Logo GeoUnion
Dossiers zum Thema
Diamanten
Hochkarätiges aus dem Bauch der Erde
Bernstein
Fenster zur Vergangenheit
Forschen am "System Erde"
Die Geowissenschaften im Wandel
Rheingold
Zwischen Mythos und Wirklichkeit
Erosion und Verwitterung
Landschaft im Wandel
Gebirgsbildung
Wenn Berge in den Himmel wachsen
Diaschauen zum Thema
Mineralien
Gesteine
GeoVorOrt - Artikel
Wie groß ist die Gefahr aus dem All?
Ein "Tigerauge" der Superlative
Terra mineralia – eine mineralogische Reise um die Welt
Steine in der Stadt
Tsunami-Training auf der Weser
Unter unseren Füßen – Lebensraum Boden
Geobotschafter machen Schule
Erdsystem-Management im Visier
Planet Erde im Visier
Mikrofossilien als Umwelt- und Klimaindikatoren
Flugroboter erforschen Klima der Antarktis
Korallenfriedhöfe im Atlantik
Antarktis: Stöbern im Klimaarchiv geht weiter
Und Steine leben doch
Startschuss für das Internationale Jahr des Planeten Erde 2008
Peru: Spurensuche am Carancas-Krater
Bald mehr Strom aus Erdwärme
Größter Ammonit der Welt ist Fossil des Jahres 2008
Bizarre „Schneeflocken“ aus dem Meer
CO2 - Ein Stoff und seine Geschichte
Atemberaubendes Gestein
Eine neue Allianz für die Klimaforschung
Katastrophenvorsorge im Klimawandel
Antarktisstation live
Klimaforschung: Tiefflüge über der Jülicher Börde
Archiv
GeoSchwerpunkt
Themen, Fakten, Hintergründe ...mehr
GeoAngewandt
Aus Forschung und Wissenschaft ...mehr
GeoKöpfe
Persönlichkeiten im Profil ...mehr
GeoVorOrt
Geotouristische Highlights ...mehr
GeoSchon gewusst?
Interessant und Wissenswert ...mehr