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Dienstag, 09.02.2010
Übersicht
Das Wichtigste in Kürze

  • "Der Mensch stammt vom Affen ab!" Diese Vorstellung ließ nach Darwins Veröffentlichung seiner "Entstehung der Arten" 1859 so manchen erschauern.


  • Der britische Anatom Thomas Henry Huxley, die "Bulldogge Darwins", machte in seinem 1863 erschienenen Buch klar, daß der Mensch eben nicht von heute lebenden (rezenten) Affenarten abstammte, sondern dass beide einen gemeinsamen Vorfahren hatten.


  • 1856 fand man bei Bergarbeiten im Neandertal bei Düsseldorf zufällig Knochenreste. Wegen ihrer Robustheit wurden sie zunächst für Teile eines Bärenskeletts gehalten, der Elberfelder Lehrer und Naturforscher Johann Karl Fuhlrott erkannte sie aber als eindeutig menschliche Überreste.


  • "Homo neanderthalensis" wurde 1863/64 vom irischen Geologen William King als direkter Vorfahr des modernen Menschen eingestuft.


  • Das Alter von Fossilien lässt sich mit der 14C-Methode bestimmen. Da dieses radioaktive Isotop beständig in 12C zerfällt, kann anhand des Verhältnisses von 14C zu 12C in einer Probe auf das Alter geschlossen werden.


  • Obwohl Stammbäume auf den ersten Blick so wirken, als hätte die Evolution der Hominiden vom "Australopithecus" bis zum "Homo sapiens sapiens" geradewegs zu uns geführt, landeten doch die meisten potentiellen Vorfahren in einer Sackgasse.


  • Die Australopithecinen werden im allgemeinen als die Vormenschen oder Prähominiden bezeichnet, weil sie schon so viele Merkmale besitzen, dass sie nicht mehr als Affen, aber auch noch nicht als Menschen bezeichnet werden können.


  • Etwa 2,5 Millionen Jahre vor heute trennt sich die Linie der Austrahlopithecinen auf. Fast gleichzeitig taucht der erste Mensch oder vielmehr der erste Vertreter der Gattung Mensch auf: der Homo habilis, der geschickte Mensch.


  • Vor etwa zwei bis 1,5 Millionen Jahren, zu Beginn des Pleistozäns, macht sich der "Mensch" zum ersten Mal auf, die Welt zu "erobern". Der Homo erectus, der "aufrechte Mensch" erscheint auf der Bildfläche.


  • Nach der Theorie des "multiregionalen Modells" ging der feingliedrige, leichte Homo sapiens aus den regionalen Homo-erectus-Nachfolgern hervor. Demnach war der Neandertaler unser direkter Vorfahre.


  • Nach der "Out Of Africa"- Hypothese entstand der Homo sapiens dagegen nur ein einziges Mal in Afrika. Der moderne Mensch und der Neandertaler hätten demnach eine Zeitlang parallel gelebt.


  • Die Untersuchung von mitochondrialen Gen-Sequenzen zeigte, dass die Aufspaltung der heutigen Menschen erst vor 200.000 Jahren stattfand. Viel zu spät für das "multiregionale Modell".


  • Zusätzlich wurde die Gen-Sequenz der Neandertaler aus Knochenresten rekonstruiert. Der Vergleich der Neandertaler-Sequenz mit den Sequenzen der Vertreter einzelner Kontinente ergab, dass der "Düsseldorfer" keinesfalls mit den modernen Europäern näher verwandt ist, als mit anderen modernen Populationen. Dies wäre aber zu erwarten gewesen, wenn der moderne Europäer ein direkter Nachfahre des Eiszeitjägers ist.

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