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Donnerstag, 02.09.2010
Der südliche Zwilling...
Frühe Vorstellungen vom Südkontinent

Obwohl die Antarktis erst viele hundert Jahre später entdeckt werden sollte, postulierten schon die alten Griechen die Existenz eines Südkontinents. Ihr Empfinden für Symmetrie forderte es einfach, dass eine große nördliche Landmasse einen ebenso großen südlichen Zwilling haben mußte.

Karte des Cornelius de Jode 1593 
Karte des Cornelius de Jode 1593
© Henry Davies
Der Geograph und Astronom Claudius Ptolemäus ordnete 150 vor Christus daher in seinem Längen- und Breitengradsystem einen Nord- und einen Südkontinent entsprechend an. sie erhielten die Namen "Arktis" - nach dem nördlichen Sternbild des Arkturos, des großen Bären - und Antarktis - "gegenüber des großen Bären". In den Vorstellungen der Griechen war die Antarktis allerdings kein eisiger öder Kontinent, sondern ein eher tropisch üppiges Land des Südens, eine Art Schlaraffenland.

1482, mehr als 1500 Jahre später verließen sich die Kartographen der Renaissance noch immer auf die Schriften des Ptolemäus und zeichneten im unteren Bereich ihrer Karten eine Antarktis ein.

Neue Nahrung erhielten die Spekulationen über einen großen Südkontinent durch den Entdecker Ferdinand Magellan. 1519 passierte er auf der Suche nach einem westlichen Weg nach Indien Feuerland und vermutete in dem öden Landstrich den nördlichen Ausläufer des Südkontinents. In zeitgenössische Karten ging seine Entdeckung das "neu entdeckte aber noch unbekannte südliche Land" ein.

Magellans Interpretation von Feuerland als Teil einer Antarktis wurde allerdings gut 50 Jahre später durch Francis Drake widerlegt. Ein Sturm trieb den Seefahrer 1578 an den südlichen Rand der "Tierra del Fuego", wo ihm nur allzu deutlich klarwurde, dass sich dort statt des erhofften Südkontinents ein weites Meer erstreckte. Von Land im Süden keinen Spur.

Trotz dieses Rückschlags setzte sich die Vision einer "Terra australis incognita" weiter durch. Im Laufe der Zeit wurde dieses Südland in der Phantasie der Menschen und auch der Kartographen immer stärker ausgeschmückt. Noch Anfang des 18. Jahrhunderts herrschte die Vorstellung einer blühenden Zivilisation mit mehr als 50 Millionen Menschen vor. Der Drang danach, endlich dieses Fabelland zu finden, wuchs und immer häufiger machten sich Abenteurer, Seefahrer und Wissenschaftler auf den Weg nach Süden - auf die Suche nach der Terra incognita.

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