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Mittwoch, 10.03.2010
Elektro-Autos erst ab 2030 wettbewerbsfähig
Hohe Kosten, geringe Reichweite machen Technologie (noch) zum Nischenprodukt
Elektroautos bleiben auch in den nächsten Jahren Nischen- und Luxusfahrzeuge. Erst ab dem Jahr 2030, so eine aktuelle Studie, werden sie auf dem freien Markt wettbewerbsfähig sein. Mittelfristig dämpften hohe Batteriekosten und eine zu geringe Reichweite der Fahrzeuge das Interesse der Konsumenten.

Blick auf das Innenleben eines japanischen E-Autos
Blick auf das Innenleben eines japanischen E-Autos
© GFDL Blick auf das Innenleben eines japanischen E-Autos
Elektromobilität wird auch in zehn Jahren eine reine Nischentechnologie der Autoindustrie sein. Gerade mal zwei Prozent der im Jahre 2020 auf deutschen Straßen fahrenden Autos sollen selbst nach den optimistischen Prognosen der Bundesregierung rein elektrisch fahren. Ähnliches prognostiziert auch eine neue Studie der Bachelor-Studenten Anne Feller und Michael Stephan von der WHU - Otto Beisheim School of Management. Sie hatten in ihrer Abschlussarbeit ein Modell entwickelt, das die Marktanteile für E-Autos vorhersagt und die Analyse der Auswirkungen staatlicher Förderung auf den Absatz der Fahrzeuge erlaubt.

Nur zwei Prozent im Jahr 2020
Dem Szenario zufolge wird der Anteil von E-Autos an der gesamten Fahrzeugflotte 2020 erst zwei Prozent betragen. Damit wäre aufgrund der kohlenintensiven Energieerzeugung in Deutschland nur eine minimale Verringerung der jährlichen CO2-Emissionen verbunden (ca. 0,4 Prozent). Durch die Produktion höherer Stückzahlen sowie den Einsatz billigerer und leistungsfähigerer Batterien können die Elektro-Autos voraussichtlich ab 2020 mit traditionellen Fahrzeugen konkurrieren - vorausgesetzt, man berücksichtigt beim Kaufpreis die künftigen Treibstoff- Einsparungen.

Hybridautos: Entwicklung verschlafen?
Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) forderte daher eine stärkere Förderung nicht von reinen Elektroautos, sondern von Hybridfahrzeugen und Autos mit anderen umweltfreundlichen Antriebsstrategien. „Die Förderung einer Nischentechnologie bei gleichzeitigem Verzicht auf jegliche Kaufanreize für spritsparende und gleichzeitig saubere teilelektrifizierte Fahrzeuge ist falsch", konstatiert demnach auch DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Er erinnerte auch daran, dass deutsche Hersteller die zukunftsträchtige Hybrid-Antriebstechnolgie in den 1980er Jahren entwickelt hätten, um dann die Serienfertigung japanischen Autokonzernen zu überlassen.

In Japan führen seit Monaten die spritsparenden Volks-Hybrid-Autos Honda Insight und Toyota Prius die Spitze der Zulassungsstatistik an. "Japan zeigt wie es geht, denn das Land fördert mit rund 1.000 Euro den Kauf dieser besonders effizienten Autos", so Resch. "In Deutschland brauchen wir eine Förderung für den Kaufanreiz effizienter und damit umweltfreundlicher Autos - völlig unabhängig vom Motor."

E-Autos: konkurrenzfähig erst ab 2030
Elektroautos werden dagegen laut Studie erst ab dem Jahr 2030 wirklich konkurrenzfähig. Zwar bleibt der Kaufpreis für die Fahrzeuge gegenüber dem Jahr 2020 gleich, sinkende Preise für Elektrizität und geringere Wartungskosten im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen machen die Elektromobile dann aber attraktiv. Sie werden stetig Marktanteile gewinnen und 2030 rund 20 Prozent der gesamten Fahrzeugflotte ausmachen, so die Prognose der Autoren. Auf diese Weise ist eine deutliche Reduktion der verkehrsbedingten CO2-Emissionen möglich: bis zu 18 Prozent.
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