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Dienstag, 14.02.2012
Erneuerbare Energien und Energieeffizienz unterschätzt
Studie belegt Schlüsselrolle für die Einhaltung globaler CO2-Reduktionsziele
Erneuerbare Energien und Energieeffizienz haben mehr Potezial als bisher angenommen. Das belegt jetzt eine im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellte Studie. Demnach werden diese Schlüsselfaktoren für den Klimaschutz in globalen Energieszenarien bislang zu gering bewertet. Die Studie zeigt Möglichkeiten auf, wie künftige CO2-Emissionen des Energiesektors deutlich reduziert werden können.

Parabolrinnen-Kraftwerk auf der Versuchsanlage Plataforma Solar de Almería in Spanien.
Parabolrinnen-Kraftwerk auf der Versuchsanlage Plataforma Solar de Almería in Spanien.
© DLR/Hauke Dressler Parabolrinnen-Kraftwerk auf der Versuchsanlage Plataforma Solar de Almería in Spanien.
„Rolle und Potenzial der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz in der globalen Energieversorgung" – so lautet der Titel der von einem Forschungskonsortium um das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellten Studie. In ihr gehen die Experten kritisch mit der bisherigen Bewertung der erneuerbaren Energien und der Einsparung durch effizientere Technologien ihs Gericht.

Denn weltweit, so die Verfasser der Studie seien beachtliche, bisher nicht ausgeschöpfte Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien, zur Steigerung der Energieeffizienz sowie von Verhaltensänderungen vorhanden. Diese auszunutzen gelingt allerdings nur, wenn Erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen weiterentwickelt werden. Vor allem aber müssen ökonomische, infrastrukturelle und politische Schwierigkeiten überwunden werden.

Potenzial zwanzigfach höher als gebraucht
Das technische Potenzial zur Nutzung erneuerbarer Energien beträgt das Zwanzigfache des heutigen Endenergiebedarfs. Das weltweit größte Potenzial zur Stromerzeugung besitzen dabei solare Technologien wie konzentrierende solarthermische Kraftwerke und Photovoltaik. Die Forscher erwarten zudem, dass sich die Kosten für die Stromerzeugung fast aller Technologien zur Nutzung
Erneuerbarer Energien (mit Ausnahme der Wasserkraft) in den nächsten zwanzig Jahren deutlich reduzieren. Unter Annahme steigender Kosten für fossile Energieträger und für CO2-Emissionen werden bis 2030 die meisten Technologien zur Erzeugung regenerativen Stroms wettbewerbsfähig sein.

Auch für die Steigerung der Energieeffizienz bestehen erhebliche Potenziale: So können Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz die Primärenergienachfrage bis zum Jahr 2050 um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Fall einer "Business as usual"-Entwicklung verringern. Zu über 50 Prozent
konnten diese Maßnahmen dabei sogar als kostendeckend identifiziert werden.

Erneuerbare Energien in vielen Szenarien unterschätzt
Die Energieforscher des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik und ihre Partner analysierten in der Studie auch aktuelle globale Energieszenarien. In den meisten Szenarien wird demnach das Potenzial der Erneuerbaren Energien zu niedrig bewertet. Diese Szenarien decken nicht transparent auf, was derzeit einen stärkeren Ausbau der Erneuerbaren Energien und Maßnahmen für mehr Energieeffizienz einschränkt.

In künftigen Szenarioanalysen sollte daher eine umfassendere und transparentere Dokumentation grundlegender Annahmen und ihrer Grenzen angestrebt werden. Zur Verbesserung der Aussagekraft globaler Energieszenarien erstellen die Forscher nun in einem bis Ende 2010 laufenden Folgevorhaben ein regional differenziertes, konsistentes weltweites Inventar erneuerbarer
Energieressourcen.
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