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Dienstag, 14.02.2012
2020: Hälfte des Stroms aus erneuerbare Energien?
Simulation deutet auf sehr viel kleinere „Stromlücke“ hin als angenommen
Im Jahr 2020 könnten die erneuerbaren Energien bereits über die Hälfte des Strombedarfs in der Grundlast abdecken. Das zeigt eine Simulation der Stromversorgung auf Basis von Wetterdaten und Prognosen für die zukünftige Einspeisung. Nach Ansicht des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) sei die vermeintliche „Stromlücke“ daher kleiner als angenommen und herkömmliche Großkraftwerke und Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke müssten neu überdacht werden.

Offshore-Windpark
Offshore-Windpark
© Hochschule Bremerhaven
Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) haben die reale Einspeisung im Jahresverlauf simuliert. Basis bildeten die Branchenprognose des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), dem Auftraggeber der Studie, und tündliche Wetterdaten von 2007. Geht man von der Prognose aus, stammen 2020 bereits 47 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Energien. Die in der Simulation resultierende Jahresdauerlinie zeigt, dass die Erneuerbaren 2020 über die Hälfte des durchgehenden Strombedarfs decken. Die für Kohle- und Atomkraftwerke verbleibende Restlast in diesem Bereich schrumpft damit auf maximal 27 Gigawatt (GW) gegenüber 63 GW im Jahr 2007 zusammen.

Der BEE fordert die Bundesregierung auf, diesen Erkenntnissen bei den für Donnerstag im Kanzleramt angesetzten Gesprächen mit AKW-Betreibern und den weiteren Verhandlungen über Laufzeitverlängerungen Rechnung zu tragen. „Die Regierungsparteien sprechen immer von der 'Brückentechnologie' Atomkraft. Doch jede Brücke hat einen Anfang und ein Ende. Letzteres ist durch den gesetzlichen Ausstiegsbeschluss klar definiert und angesichts des Wachstums der Erneuerbaren richtig terminiert. Wer die Atom-Brücke jetzt willkürlich verlängert, blockiert damit die schnelle Zufahrtsstraße für die Erneuerbaren Energien", warnt BEE-Präsident Dietmar Schütz.

Die Konsequenz aus der immer kleiner werdenden Lücke für Kohle- und Atomkraftwerke lautet aus BEE-Sicht, solche Großkraftwerke nach und nach abzuschalten. "Deshalb muss der Atomausstieg bestehen bleiben und eine Fade-out-Strategie für die Kohlekraft hinzukommen. Nur so können wir den notwendigen Umbau unserer Energieversorgung im Stromsektor vollenden. Laufzeitverlängerungen verhindern dagegen den zügigen und reibungslosen Übergang ins Regenerativzeitalter", erklärt Schütz.
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