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Donnerstag, 24.05.2012
Aufrüstung für Strom- und Wasserschlucker
Mikrocontroller macht alte Waschmaschinen umweltfreundlicher
Alte Waschmaschinen gelten als Strom- und Wasserschlucker und daher als kaum mehr recyclebar. Doch jetzt haben Wissenschaftler eine Methode entwickelt, um alte Waschmaschinen energieeffizient aufzurüsten: Ein neuer "Mikrocontroller" senkt den Stromverbrauch bei gebrauchten Waschmaschinen auf das Niveau eines Neugerätes.

Ausrangierte Waschmaschinen haben einen großen Anteil am Elektronikschrott. Allein in Deutschland werden rund vier Millionen Maschinen jährlich ausgemustert. Würde man diese Maschinen hintereinander aufstellen, zöge sich die Schrottschlange von Dänemark bis Sizilien. Eine gewaltige Rohstoffverschwendung tut sich auf. Zwar ließ sich die Schrottmenge durch das Aufarbeiten alter Waschmaschinen bisher schon verringern, doch stand das Recycling gebrauchter Waschmaschinen dabei vor einem ungelösten ökologischen Problem: Die älteren Maschinen verbrauchen erheblich mehr Wasser und Strom als die neueren und sind deshalb nicht zwangsläufig umweltfreundlicher als die Neugeräte.

"Mikrocontroller" heißt die entscheidende Neuerung In einem Kooperationsprojekt des Berliner IZT - Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung ist es jetzt gelungen, den Strom- und Wasserverbrauch alter Waschmaschinen deutlich zu verringern. Die entscheidende, energiesparende Neuerung heißt "Mikrocontrollersteuerung" und ersetzt das herkömmliche mechanische Programmschaltwerk.

"Der Stromverbrauch sinkt auf das Niveau eines Neugerätes" erklärt Begleitforscher Siegfried Behrendt vom IZT zu den Vorzügen des neu entwickelten 'Mikrocontrollers': "Wird die neue elektronische Steuerung bei einer sechs bis sieben Jahre alten Waschmaschine eingebaut, sinkt der Stromverbrauch auf das Niveau eines Neugerätes. Das neue elektronische Schaltwerk hat außerdem den Vorteil, dass man es leicht den verschiedenen Waschmaschinentypen anpassen kann."

Die Wissenschaftler kooperieren nicht nur mit Recyclingbetrieben, sondern hoffen auch, Hausgerätehersteller zu finden, deren Kundenservice die Montage eines Mikrocontrollers im Haushalt routinemäßig durchführt, sobald bei hochwertigen, langlebigen Markenwaschmaschinen das konventionelle mechanische Schaltwerk defekt ist.

Allerdings hat die neue technische Lösung derzeit noch einen wirtschaftlichen Nachteil: Solange die Mikrocontroller von Hand gefertigt werden müssen, sind die Kosten der Umrüstung für die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht attraktiv. Wissenschaftler des IZT sind daher im Gespräch mit Herstellern, um eine Serienfertigung der "Mikrocontroller" anzubahnen. Siegfried Behrendt (IZT): "Ich hoffe, dass Reparaturbetriebe und Markenhersteller bald damit werben können, dass sie in der Lage sind, mechanisch noch gut funktionierende ältere Geräte mit der Computertechnik von heute zu optimieren. Das schont die Umwelt und die Kundenportemonnaies." Das Modellprojekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.
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