| Massenaussterben: Doppelschlag für Nordhalbkugel |
| Kreidezeit-Einschlag: Nordhalbkugel litt unter stärkerer Dunkelheit und giftigem Metallstaub |
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Das katastrophale Massenaussterben am Ende der Kreidezeit löschte nicht nur die Dinosaurier aus, es riss auch gewaltige Lücken in die Plankton-Populationen der Weltmeere. Dass dabei die Nordhalbkugel stärker betroffen war und warum, das berichten jetzt Wissenschaftler in „Nature Geoscience“. Ein „Doppelschlag“ aus Dunkelheit und giftigem Metallstaub war demnach dort für die hohen Aussterberaten verantwortlich.
 | | Meteoriteneinschlag © NASA | Vor 65 Millionen Jahren endete eine Ära der Erdgeschichte. Eine Katastrophe globalen Ausmaßes, höchstwahrscheinlich ausgelöst durch einen Meteoriteneinschlag, löste eine Jahre dauernde radikale Klimaveränderung aus. Starke Abkühlung und teilweise auch Dunkelheit führten zu einem Massenaussterben, bei dem mehr als die Hälfte aller Arten ausstarben. Für die Dinosaurier bedeutete dieses Ereignis vollständig das Ende, doch auch in den Meeren wurden ganze Organismengruppen an den Rand des Aussterbens gebracht.
Zu ihnen gehört das Nannoplankton, winzige, Kalkschalen tragende Einzeller, die in den oberen Wasserschichten der Meere lebten. Die Katastrophe dezimierte sie bis auf zehn Prozent ihrer früheren Artenvielfalt. Wissenschaftler der Pennsylvania State Universität um Timothy Bralower untersuchten nun dieses Aussterben des Nannoplanktons genauer, indem sie Sedimentproben aus allen großen Meeresbecken der Erde, jeweils aus der Übergangszeit von Kreide zu Paläogen, auf die räumliche und zeitliche Verteilung des Nannoplanktons analysierten.
Höhere Aussterberate auf Nordhalbkugel
Das Ergebnis: Die winzigen Meeresalgen der Nordhemisphäre waren sehr viel stärker von der Katastrophe betroffen als ihre Artgenossen in den Meeren der Südhalbkugel. Und nicht nur das: Sie erholten sich auch signifikant langsamer als diese. Aber warum? Nach Ansicht von Bralower und seinen Kollegen gibt diese asymmetrische Verteilung wichtige Hinweise über die Lebensbedingungen zur Zeit der Katastrophe und unmittelbar danach:
Dunkelheit dichter
Denn offenbar verdunkelten die Gase und der Staub des Impakts den Himmel nicht überall gleich stark, sondern wirkten sich auf der Nordhalbkugel deutlich stärker aus als auf der Südhalbkugel. Die Einschlagswolken waren hier deutlich dichter. Da die Kalkalgen für ihre Energiegewinnung und ihr Überleben auf Sonnenlicht angewiesen waren, starben sie im Norden fast vollständig aus.
Metallstaub vergiftete Meere
Und noch etwas kam dazu: Wie die Forscher anhand ihrer Sedimentdaten feststellten, wurden die Algen zusätzlich noch vergiftet. Denn der langsam aus der Atmosphäre absinkende Staub des Einschlags enthielt giftige Metalle, die auf die Meeresoberfläche niedersanken und das Wasser und die in ihm lebenden Organismen schädigten. Der Doppelschlag aus Dunkelheit und Gift, so die Forscher, löste die höheren Aussterberaten im Norden aus und behinderte auch die Erholung der Bestände.
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| (Nature, 01.03.2010 - NPO) |
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