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Montag, 13.02.2012
Jülicher Supercomputer schnellster Rechner Europas
Höchstleistungsrechner JUGENE belegt Platz fünf in der Weltrangliste TOP500
In der heute erschienenen Weltrangliste der schnellsten Supercomputer, der TOP500, steht JUGENE vom Forschungszentrum Jülich auf Platz 5. Er ist damit der schnellste Rechner Europas. Das in Jülich entwickelte Computer-Tandem JUROPA/HPC-FF kommt zudem weltweit auf Platz 14 und in Europa auf Platz 3. Mit dem Supercomputer QPACE (Platz 131) steht darüberhinaus auch der energieeffizienteste Supercomputer weltweit weiterhin in Jülich.

JUGENE
JUGENE
© Forschungszentrum Jülich JUGENE
Der Supercomputer JUGENE liefert mit seinen 294.912 Prozessorkernen eine Spitzenleistung von über ein Petaflop pro Sekunde - das entspricht einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde. JUGENE ist vom Typ IBM Blue Gene/P und wird für rechenintensive, komplexe Simulationen eingesetzt, beispielsweise in der Materialforschung, in der Umweltforschung oder in der Teilchenphysik.

Supercomputerverbund PRACE
„Mit JUGENE stellt Deutschland den ersten Petacomputer, mit dem der europäische Supercomputerverbund PRACE im August 2010 seinen Betrieb aufnehmen wird“, freut sich Professor Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich. Im Supercomputerverbund PRACE stimmen 20 Partner aus Europa ihre Aktivitäten ab, um Forschern einen einfachen Zugang zu Rechenleistung zu ermöglichen. In den kommenden fünf Jahren sollen dazu 400 Millionen Euro in vier neue Superrechner investiert werden.

Um die Leistung von Supercomputern wie JUGENE um den Faktor 1.000 auf rund ein Exaflop pro Sekunde zu steigern, haben IBM und das Forschungszentrum Jülich im März das Exascale Innovation Center gegründet, in dem bis Ende des Jahrzehnts Hardware-Komponenten und Software für kommende Höchstleistungsrechner entwickelt werden.

Deutschland entwickelt eigene Superrechner
Die beiden Supercomputer JUROPA und HPC-FF erreichen mit ihren über 26.000 Rechenknoten eine Spitzenleistung von 308 Teraflop pro Sekunde (308 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde). „Mit JUROPA und HPC-FF hat Jülich ganz neue Wege beschritten“, erklärt Professor Thomas Lippert, Direktor des Jülich Supercomputing Centre. „Im JUROPA-Konsortium entwickelt Deutschland wieder eigene Superrechner der höchsten Leistungsklasse.“

Das System ist ausgesprochen attraktiv für Forscher aller Fachrichtungen, die es beispielsweise nutzen, um zu klären, wie sich Proteine in Zellen falten, wie neue Halbleiter funktionieren oder wie Energiesysteme zu verbessern sind. HPC-FF wird allein für die Fusionsforschung zur Verfügung gestellt. Für besonders große Simulationen können die beiden Computer gekoppelt eingesetzt werden.

Sieger bei Green500
Der Supercomputer QPACE belegt nach Angaben des Forschungszentrums Jülich noch Platz 131 in der TOP500-Liste mit einer gemessenen Spitzenleistung von 55 Teraflop pro Sekunde. Mittlerweile wurde er jedoch erweitert und kann 100 Teraflop pro Sekunde leisten. Er ist auf Energieeffizienz optimiert und leistet 773,43 Megaflop pro Sekunde pro Watt elektrischer Leistung. Damit wird er höchstwahrscheinlich seinen ersten Platz in der in wenigen Tagen erscheinenden Weltrangliste der energieeffizientesten Supercomputer, der Green500, verteidigen.

Herzstück von QPACE ist der IBM PowerXCell 8i-Prozessor. Entwickelt wurde QPACE von einem akademischen Konsortium aus Universitäten und Forschungszentren sowie dem deutschen IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum in Böblingen im Rahmen eines staatlich geförderten Forschungsverbundes.

Link zur TOP500 Liste
TOP500 Liste der Supercomputer
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