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Montag, 13.02.2012
Exoplanet als kosmisches „Fliegengewicht“
WASP-3c besitzt „nur“ rund 15 Erdmassen
Ein internationales Team von Astrophysikern hat einen neuen Exoplaneten entdeckt: WASP-3c heißt der Himmelskörper, der mit „nur“ rund 15 Erdmassen beziehungsweise einer Uranusmasse ein wahres „Fliegengewicht“ ist.

Lichtkurve
Lichtkurve
© Universität Jena Lichtkurve
„Außerdem ist dies der erste Planet, der mit der neuen Methode der Transit-Zeit-Variation entdeckt wurde“, erklärt Gracjan Maciejewski von der Universität Jena. WASP-3c umkreist den Stern WASP-3, rund 700 Lichtjahre entfernt im Sternbild Leier, schreiben die Jenaer Forscher zusammen mit Kollegen der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften in Sofia und der Universität Torun, Polen, im Fachblatt „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“.

Umrundung in 3,75 Tagen
Bereits vor einigen Jahren hatte ein anderes internationales Team bei WASP-3 den Planeten WASP-3b entdeckt. „Dieser Planet spielte jetzt bei der Entdeckung von WASP-3c auch eine entscheidende Rolle“, erläutert Maciejewski. So wurden die Forscher bei ihren Beobachtungen auf periodische Schwankungen in der Orbitperiode von WASP-3b aufmerksam.

„Unsere Rechnungen zeigten, dass diese Schwankungen, die auch Transit-Zeit-Variationen genannt werden, durch einen weiteren Planeten im System verursacht werden müssen“, so der Jenaer Astrophysiker. WASP-3c braucht genau doppelt so lange - 3,75 Tage - wie der innere Planet WASP-3b, um den gemeinsamen Stern zu umkreisen.

Stern WASP-3
Stern WASP-3
© Universität Jena Stern WASP-3
Unregelmäßigkeiten im Orbit
Für ihre erfolgreichen Beobachtungen nutzten die Forscher die 90 bzw. 60 Zentimeter großen Spiegelteleskope der Universität Jena in Großschwabhausen und des Observatoriums Rozhen in Bulgarien. „Wir begannen im Jahre 2008, WASP-3b zu beobachten, weil seine Bahn leicht exzentrisch zu sein schien”, erinnert sich Professor Ralph Neuhäuser.

„Dies ist ungewöhnlich und kann auf sehr kleine, doch messbare Schwankungen in den Bahnparametern eines Planeten hinweisen – verursacht von anderen Planeten“, so der Direktor des Astrophysikalischen Instituts und der Sternwarte der Uni Jena weiter. Dank der neuen Methode konnte das Forscherteam nun anhand der Unregelmäßigkeiten im Orbit von WASP-3b den neuen Planeten WASP-3c nachweisen.

90-Zentimeter Teleskop in Grossschwabhausen
90-Zentimeter Teleskop in Grossschwabhausen
© Universität Jena 90-Zentimeter Teleskop in Grossschwabhausen
Transit-Zeit-Variation
Wie andere erfolgreiche Planetensuchmethoden, etwa die so genannte Transitmethode, ist auch die Transit-Zeit-Variation eine indirekte Methode. „Für eine direkte Beobachtung mit einem Teleskop ist der Planet viel zu klein und leuchtschwach“, so Neuhäuser. Die neue Technik erlaube es aber, auch Planeten mit noch deutlich geringerer Masse als WASP-3c selbst mit kleinen Teleskopen zu entdecken.

„Dennoch“, so betont Markus Mugrauer vom Astrophysikalischen Institut der Jenaer Uni, „haben wir diese wichtige Entdeckung jetzt nur machen können, weil die Instrumente in der Jenaer Uni-Sternwarte erst jüngst erneuert wurden.“ Besonders wichtig sei die zuletzt eingebaute neue CCD-Kamera, mit der die jetzt gemachten Aufnahmen gewonnen wurden. WASP-3c ist der erste Planet, der mit dem Jenaer Observatorium in Großschwabhausen entdeckt wurde.
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