Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Montag, 13.02.2012
Boden-“Hotspots” beeinflussen Regen
Computermodelle identifizieren Orte stärkster Wechselwirkung
Dass Niederschläge die Bodenfeuchte beeinflussen ist nichts Neues, jetzt aber haben Wissenschaftler festgestellt, dass dieser Zusammenhang auch umgekehrt existiert: Wasser im Boden kann sowohl regional als auch global den Regen beeinflussen.

Wasser im Boden beeinflusst Regen
Wasser im Boden beeinflusst Regen
© NASA
Mithilfe von einem Dutzend Computermodellen hat ein NASA-Forscher “Hotspots” rund um die Erde lokalisiert, in denen die Bodenfeuchte die Regenfälle während des Nordhemisphärensommers stark beeinflusst. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Science veröffentlicht.

Die Hotspots liegen in den Zentralen Ebenen Nordamerikas, in der Sahelzone, dem äquatorialen Afrika und in Indien. Weniger intensive Hotspots zeigten sich in Südamerika, Zentralasien und China. „Die Studie zeigt die bisher beste Eingrenzung der Gebiete, in denen Feuchtigkeitsänderungen den Niederschlag beeinflussen“, erklärt Randall Koster, Wissenschaftler am Goddard Space Flight Center der NASA und Leiter der internationalen Computermodellierungsinitiative.

Im Global Land-Atmosphere Coupling Experiment (GLACE), reproduzierten Koster und seine Kollegen dasselbe Experiment in zwölf verschiedenen Computermodellen. In jedem Modell verglichen die Wissenschaftler das Niederschlagsverhalten in zwei Typen von Simulationen: Einem, in dem sich die Bodenfeuchte zwischen den Simulationen unterschied und eines, in dem alle Simulationen die gleiche Bodenfeuchte aufwiesen. Jede Steigerung in der Übereinstimmung zwischen Reg3en und Feuchte im zweiten Simulationssatz deutet

Obwohl sich die Ergebnisse der Modelle unterschieden, konnten die Forscher bestimmte gemeinsame Muster identifizieren, darunter die Hotspots, in denen die Bodenfeuchte den Niederschlag am stärksten beeinflusste. Die Hotspots lagen, wie erwartet, alle in der Übergangszone zwischen feuchten und trockenen Regionen. In feuchten Klimaten spielt die Energie der Sonne und die Wolkenbildung eine stärkere Rolle für die Verdunstungsraten als die Bodenfeuchte. In trockenen Klimaten dagegen führt das mangelnde Wasser zu Verdunstungsraten, die zu gering sind, als dass sie einen nennenswerten Einfluss auf die Atmosphäre haben könnten.

Das Verständnis der Bodenfeuchte-Niveaus und ihrer Verbindung zum Niederschlag hat Auswirkungen auf verschiedenste Wissenschaftsgebiete und Anwendungen. Es könnte die saisonale Vorhersage von Niederschlägen verbessern und damit das Wassermanagement längerfristig planbar machen. Gleichzeitig profitiert aber auch die kurzfristige Wetterprognose.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Regen, Niederschläge, Computermodelle, Hotspots, Erde, Böden
Weitere News zum Thema
Forscher haben See unter Antarktis-Eis angebohrt (10.02.2012)
Einzigartige Lebensformen im Wostoksee waren seit 15 Millionen Jahren isoliert
Primat mit reinen Ultraschall-Rufen entdeckt (08.02.2012)
Extreme Signale für den Menschen und viele Beutetiere nicht hörbar
Keine Gletscherschmelze durch Entwaldung (07.02.2012)
Schwindende Bergwälder haben geringeren Klimaeffekt als gedacht
Männer erinnern sich besser an Unangenehmes (06.02.2012)
Emotionales Gedächtnis beider Geschlechter unterscheidet sich
Erster Nano-Blick in das lebende Gehirn (03.02.2012)
Spezialmikroskop macht winzigste Veränderungen von Gehirnzellen sichtbar
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Regen
Wolken, Wetter, Wassertropfen
Regen, Sonne, Wolken
Wie entsteht die Wettervorhersage?
News des Tages
Enzym schuld an krankhaften Aderausweitungen
Boden-“Hotspots” beeinflussen Regen
Mit Abwärme kühlen
Medikamente ersetzen Stents
Polarstern birgt russische Arktisstation
Vogelgrippe-Erreger in Schweinen entdeckt
Wirkungsgrad von Solaranlagen verbessert
Bücher zum Thema
Wetter und Klima
Das Spiel der Elemente - Atmosphärische Prozesse verstehen und deuten von Harald Frater (Hrsg.)
Die Erfindung der Wolken
Wie ein unbekannter Meteorologe die Sprache des Himmels erforschte von Richard Hamblyn
Die Erde im Visier
Die Geowissenschaften an der Schwelle zum 21. Jahrhundert von Hans-Peter Harjes und Roland Walter
H2O
Biographie des Wassers von Philip Ball
Top-Clicks der Woche
1. Forscher haben See unter Antarktis-Eis angebohrt
2. Krebsmedikament macht Alzheimer-Symptome rückgängig
3. Röntgenlicht macht Eisen durchsichtig
4. Fasten lässt Krebstumore schrumpfen
5. Gletscher verlieren jährlich 230 Milliarden Tonnen Eis