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Montag, 13.02.2012
Europäer im Kampf gegen Zoonosen
Europäisches Forschungsnetz MED VET NET entwickelt Strategien gegen von Tieren übertragene Krankheiten
Der Startschuss für das Europäische Zoonosen-Forschungsnetz MED VET NET ist gefallen. 300 führende Wissenschaftler aus zehn Ländern und 16 wissenschaftlichen Einrichtungen haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam Strategien zur Bekämpfung von Krankheiten zu entwickeln, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

{1l}"Die Arbeit dieses Forschungsnetzes wird ein Eckpfeiler für länderübergreifende Lebensmittelsicherheit und internationalen Verbraucherschutz sein," unterstrich der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Professor Andreas Hensel, die Bedeutung von MED VET NET. Mit seiner fachübergreifenden Konzeption setzt das Netzwerk in Europa Maßstäbe im Kampf gegen Zoonosen.

Das Forschungsnetz wird in den nächsten fünf Jahren mit 14,4 Millionen Euro aus dem 6. Rahmenprogramm der Europäischen Union unterstützt. Ziel ist es, in einem "Virtuellen Forschungsinstitut" eines der zentralen Probleme im Gesundheitswesen anzugehen. Erstmals werden sich Veterinär- und Humanmediziner sowie Wissenschaftler aus anderen Fachgebieten gemeinsam der Verhütung, Bekämpfung und Vermeidung von Erkrankungen und Krankheitserregern widmen, die entweder über Lebensmittel vom Tier zum Menschen gelangen oder in Tierbeständen beheimatet sind und von dort direkt auf den Menschen übergehen. Dabei geht es nicht allein um die Vermeidung von Schmerz und Leid, die durch Zoonosen ausgelöst werden. Es geht auch um die Verringerung der hierdurch verursachten Kosten, die allein in der Europäischen Union bei jährlich mehr als sechs Milliarden Euro liegen.

Bei ihrer Arbeit folgen die Wissenschaftler dem "Farm-to-Fork"-Konzept, um Erreger wie Salmonellen, Campylobacter, Listerien und andere Krankheitskeime vom Teller des Verbrauchers fernzuhalten. Aber auch die Entwicklung antibiotikaresistenter Erreger in den Tierställen und ihre Bekämpfung sowie das Auftreten neuer Zoonosenerreger, wie das Europäische Lyssavirus, das von Fledermäusen übertragen wird, sind Gegenstand des insgesamt 7 Schwerpunkte umfassenden Forschungsprogramms.
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