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Montag, 13.02.2012
„Amphibische“ Forschungsreise erkundet Hochrisikovulkane
Geophysikalische Untersuchungen im Wasser und an Land
Vulkane, Erdbeben, Tsunamis – in der Nähe von Subduktionszonen lebt es sich nicht ganz ungefährlich. Eine Expedition von deutschen und indonesischen Geowissenschaftlern wird jetzt den Zusammenhang zwischen der Subduktion der ozeanischen Platte und den Aktivitäten des Hochrisikovulkans Merapi in Zentral-Java mithilfe von Land- und seegestützten Messungen genauer erkunden.

Glutlawine am Merapi
Glutlawine am Merapi
© Querbach
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die geodynamischen Prozesse in und um Java. Die dicht besiedelte Hauptinsel des indonesischen Archipels ist ständig bedroht durch Vulkanausbrüche und unterseeische Erdbeben, die wiederum Tsunamis (Flutwellen) auslösen können. Die Untersuchungen im Rahmen des Projekts SUNDAARC sollen zu verbesserten Vorhersagestrategien beitragen, damit sich Natur-Ereignisse nicht zu Naturkatastrophen entwickeln.

Eine Subduktionszone entsteht dort, wo sich eine Platte der Erdkruste unter eine andere schiebt. Im Indischen Ozean, direkt vor der indonesischen Insel Java liegt die Sunda-Subduktionszone, dorthin führt vom 16. September bis zum 7. Oktober 2004 die 179. Reise des deutschen Forschungsschiffs SONNE. An der Expedition nehmen Wissenschaftler vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und der Christian-Albrechts-Universität (CAU) teil, indonesische Kollegen werden sie vor Ort unterstützen. Das Team unter der Leitung von Professor Ernst Flüh vom IFM-GEOMAR wird mit Hilfe von Airguns und Ozeanboden-Seismometern den Meeresgrund vor Java unter die wissenschaftliche Lupe nehmen. Doch diesmal wird nicht nur auf dem Meer, sondern auch an Land gearbeitet: Parallel zu den marinen Geräten werden 120 Seismometer direkt auf Java eingesetzt.

Die Geoforscher interessieren sich besonders für den Zusammenhang zwischen der Subduktion der ozeanischen Platte und den Aktivitäten des Hochrisikovulkans Merapi in Zentral-Java. Viele der Vorgänge, wie zum Beispiel Materialtransfer, Fluid- und Magmentransportwege und Materialeigenschaften, die mit der Subduktion einhergehen, sind im Untersuchungsgebiet bisher nicht erforscht und sollen nun durch geophysikalische Struktur-Untersuchungen analysiert werden.

Die „amphibische“ Forschungsreise ist nur ein Bestandteil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten groß angelegten Verbundprojekts SUNDAARC, an dem Neben dem IFM-GEOMAR und der CAU auch das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover beteiligt sind.
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