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Montag, 13.02.2012
Erdbeben in der Fußgängerzone
Wissenschaftssommer in Stuttgart präsentiert Forschung zum Anfassen
Mit handgemachten Erdbeben, schwebenden Magneten und Einblicken in die neueste Polarstation präsentieren beim diesjährigen Wissenschaftssommer in Stuttgart die deutschen Forschungsinstitute ihre aktuellen Projekte. Anfassen ist dabei ausdrücklich erwünscht.

Erdbeben
Erdbeben
© USGS/MMCD
Vom 25. September bis 1. Oktober können sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene über Neues aus der deutschen Forschungslandschaft informieren, selber tüfteln und testen. "Mit unserem Engagement beim Wissenschaftssommer zeigen wir, dass Wissenschaft spannend ist und Spaß macht", sagt Prof. Walter Kröll, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, die sich mit ihren führenden Forschungszentren aus Bremerhaven, Geesthacht, Jülich und Potsdam beteiligt. "Wir machen aber auch deutlich, dass Forschung Probleme löst, die den Menschen unter den Nägeln brennen."

Erdbeben in Handarbeit
In den Ausstellungszelten auf dem Stuttgarter Schlossplatz zeigt das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), wie sich Erdbebenwellen ausbreiten und wie sie sich messen lassen. Besucher können mit einem Hammer auf einen Globus schlagen und so - je nach Körperkraft - eine leichte oder starke Erderschütterung auslösen. Ein Seismometer des GFZ zeichnet die Bodenerschütterung auf und stellt sie grafisch dar. Diese Dokumentation ihres handgemachten "Erdbebens" können die Hobby-Forscher anschließend mitnehmen. Das zweite Exponat des GFZ Potsdam ist ein 30 Tonnen schwerer Stein. Mit ihm verdeutlichen die Wissenschaftler die Funktionsweise des Seismischen Imaging Systems (ISIS), das beispielsweise beim Tunnelbau eingesetzt wird. Diese Technologie ermöglicht es, schon während der Bohrung das Gestein vor dem Bohrkopf zu erkunden.

Eisige Forschung auf Stelzen
Ebenfalls in den Zelten auf dem Schlossplatz präsentiert sich das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) aus Bremerhaven. Die Wissenschaftler stellen die neue Polarstation "Neumayer III" vor. Ab 2008 sollen deutsche Forscher in dieser über 3000 Quadratmeter großen Station in der Antarktis leben und arbeiten. Ein Display zeigt die Bauweise von Neumayer III: Die neue Polarstation wird auf Stelzen hoch über dem kalten Eisboden ruhen. Den Unterschied zu den bisherigen Konstruktionen veranschaulicht ein Modell der Station, die seit 1992 in Betrieb ist. Dieser Vorgänger von Neumayer III besteht aus einer Röhrenkonstruktion, die unter dem Eis liegt. Die Röhren werden jedoch durch die ständig wachsenden Schneemassen allmählich erdrückt.

Schwebender Magnet als Kugellager
Wie kann eine Kugel schweben? Antwort auf diese Frage erhalten Besucher am Stand des Forschungszentrums Jülich. Die Wissenschaftler zeigen dort die von ihnen entwickelte Magnetlagertechnik: Zwei Magnete halten eine Kugel genau dort in der Schwebe, wo sich die Anziehungskraft der Magnete ausgleicht. Weil diese Technik verschleißfrei ist und keine Schmiermittel braucht, kommt sie beispielsweise in Herzpumpen zum Einsatz.

MO.VE - Zukunftsperspektive Mobilität
Nicht nur am Schlossplatz der Wissenschaften engagiert sich die Helmholtz-Gemeinschaft. Als besonderes Highlight des Wissenschaftssommers präsentiert sie gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) das Dialog-Projekt MO.VE: Zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und dem Schlossplatz werden in acht Themenmodulen Antworten auf aktuelle Fragen zur Verkehrs- und Mobilitätsforschung gegeben. Auch das Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) und die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) aus Braunschweig beteiligen sich an MO.VE. Zudem stellen die Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft rund die Hälfte der Exponate auf dem Ausstellungsschiff MS Technik. Dort zeigen Wissenschaftler innovative Technik aus den Themenbereichen Denken, Sehen, Hören, Fühlen und Bewegen.
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