| Mutter bestimmt Spermienform |
| Männchen monogamer Arten haben unterschiedlichere Spermien |
|
Die Gene der Mutter bestimmen, welche Größe und Form die Spermien ihres Sohnens haben –aber auch ihr Sexualverhalten. Diesen möglicherweise auch beim Menschen gültigen Zusammenhang haben jetzt britische Forscher bei Zebrafinken entdeckt. Offenbar ist die Variationsbreite der Spermien in einem wettbewerbsarmen Umfeld mit vorwiegend monogamen Frauen deutlich größer ist als bei polygamer Lebensweise.
 | | Menschliche Spermien © University of Utah | In einer der größten Studien seiner Art untersuchte Tim Birkhead, Biologie-Professor an der Universität von Sheffield die Spermien von mehr als 900 Zebrafinken. Wie der Forscher in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature berichtet, wecken die Ergebnisse eine Reihe von Fragen zur Evolution der Spermienform und zeigen überraschende Zusammenhänge mit der Promiskuität der Weibchen.
“Spermien bestehen im Grunde aus drei Teilen – dem Kopf mit der DNA, den Mitochondrien, die die Energievorräte des Spermiums bereitstellen und der Geißel, die den Antrieb liefert“, erklärt Birkhead. „Wir erwarten, dass diese drei Teile in einer bestimmten Proportion zueinander stehen, damit das Spermium effizient schwimmen kann und seine Funktion der Befruchtung ausführen kann. Doch wir entdeckten erstaunlich große Variationen in diesen Proportionen – bis hin zu dem Punkt, an dem wir überrascht waren, dass das Spermium überhaupt noch funktionierte.“
Nach Ansicht des Forschers könnte die Monogamie der Zebrafinken eine Erklärung für diese große Variationsbreite liefern, da dann die Spermien nicht mit denen von rivalisierenden Männchen konkurrieren müssen. „So lange das Spermium dann noch zur Eizelle humpeln kann, ist eine Befruchtung möglich“, so Birkhead. In promiskuitiveren Arten jedoch, wie beispielsweise dem Sperling, müssen die Spermien erheblich besser funktionieren und können daher weniger Variationen zeigen, um mit den Spermien konkurrierender Männchen mithalten zu können und das Ei erfolgreich zu befruchten.
„Innerhalb der einzelnen Männchen gibt es nur sehr wenig Variation zwischen den Spermien. Unsere Ergebnisse bestätigen damit, dass die Größe und Proportionen des Spermiums größtenteils vererbt werden,“ fährt der Wissenschaftler fort. „Für die Mitochondrien wurde schon bewiesen, dass sie durch die mütterliche Linie vererbt werden. Jetzt haben wir gezeigt, dass auch die Länge der Spermiengeißel durch die Gene der Mutter diktiert wird.“
|
|
| (University of Sheffield, 17.03.2005 - NPO) |
|
Artikel drucken |
|
| |
| Nach verwandten Themen suchen: |
|
|
| |
| Weitere News zum Thema |
Spinnen: Mehr Nachwuchs durch Selbst-Kastration (01.02.2012) Abgebrochenes Paarungsorgan überträgt mehr Spermien |
Ultraschall als Verhütungsmittel für den Mann? (31.01.2012) Schallbehandlung macht Ratten zeitweilig unfruchtbar |
Grillen-Männchen sterben für ihre Partnerin (07.10.2011) Forscher finden Beispiel für Kavaliers-Verhalten im Insektenreich |
Vögel: Schöne Söhne dank der Mutter (30.09.2011) Nachwuchs aus ersten Eiern einer Legesequenz gedeihen besonders gut |
Tiefsee-Kraken paaren sich mit beiden Geschlechtern (21.09.2011) Wahllose Begattung als Anpassung an dunklen, dünn besiedelten Lebensraum |
|
|
|
|