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Montag, 13.02.2012
Mutter bestimmt Spermienform
Männchen monogamer Arten haben unterschiedlichere Spermien
Die Gene der Mutter bestimmen, welche Größe und Form die Spermien ihres Sohnens haben –aber auch ihr Sexualverhalten. Diesen möglicherweise auch beim Menschen gültigen Zusammenhang haben jetzt britische Forscher bei Zebrafinken entdeckt. Offenbar ist die Variationsbreite der Spermien in einem wettbewerbsarmen Umfeld mit vorwiegend monogamen Frauen deutlich größer ist als bei polygamer Lebensweise.

Menschliche Spermien
Menschliche Spermien
© University of Utah
In einer der größten Studien seiner Art untersuchte Tim Birkhead, Biologie-Professor an der Universität von Sheffield die Spermien von mehr als 900 Zebrafinken. Wie der Forscher in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature berichtet, wecken die Ergebnisse eine Reihe von Fragen zur Evolution der Spermienform und zeigen überraschende Zusammenhänge mit der Promiskuität der Weibchen.

“Spermien bestehen im Grunde aus drei Teilen – dem Kopf mit der DNA, den Mitochondrien, die die Energievorräte des Spermiums bereitstellen und der Geißel, die den Antrieb liefert“, erklärt Birkhead. „Wir erwarten, dass diese drei Teile in einer bestimmten Proportion zueinander stehen, damit das Spermium effizient schwimmen kann und seine Funktion der Befruchtung ausführen kann. Doch wir entdeckten erstaunlich große Variationen in diesen Proportionen – bis hin zu dem Punkt, an dem wir überrascht waren, dass das Spermium überhaupt noch funktionierte.“

Nach Ansicht des Forschers könnte die Monogamie der Zebrafinken eine Erklärung für diese große Variationsbreite liefern, da dann die Spermien nicht mit denen von rivalisierenden Männchen konkurrieren müssen. „So lange das Spermium dann noch zur Eizelle humpeln kann, ist eine Befruchtung möglich“, so Birkhead. In promiskuitiveren Arten jedoch, wie beispielsweise dem Sperling, müssen die Spermien erheblich besser funktionieren und können daher weniger Variationen zeigen, um mit den Spermien konkurrierender Männchen mithalten zu können und das Ei erfolgreich zu befruchten.

„Innerhalb der einzelnen Männchen gibt es nur sehr wenig Variation zwischen den Spermien. Unsere Ergebnisse bestätigen damit, dass die Größe und Proportionen des Spermiums größtenteils vererbt werden,“ fährt der Wissenschaftler fort. „Für die Mitochondrien wurde schon bewiesen, dass sie durch die mütterliche Linie vererbt werden. Jetzt haben wir gezeigt, dass auch die Länge der Spermiengeißel durch die Gene der Mutter diktiert wird.“
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