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Montag, 13.02.2012
Globale Erwärmung gefährdet kleinsten Schmetterling der Welt
Seltene Art empfindlich gegenüber Temperaturanstieg
Eines der ersten Opfer der globalen Erwärmung könnte der kleinste Schmetterling der Welt sein. Die zu den Bläulingen gehörende Art Pseudophilotes sinaicus kommt nur in einem kleinen Gebiet auf dem Sinai vor und ist, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt, extrem empfindlich gegenüber steigenden Temperaturen.

Pseudophilotes sinaicus
Pseudophilotes sinaicus
© Mike James
Die Biologen Martin Hoyle und Mike James von der Universität von Exeter untersuchten die weltweite Verbreitung und Populationsentwicklung des fliegenden Winzlings und haben jetzt ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Conservation Biology veröffentlicht. Pseudophilotes sinaicus ist eine von zwei nur im Sankt Katharinen-Schutzgebiet Ägyptens vorkommenden Arten. Das Schutzgebiet beherbergt zwei Drittel aller Schmetterlingsarten Ägyptens und 40 Prozent aller Pflanzenarten des ansonsten eher kargen Landes.

Für sein Überleben braucht der Schmetterling den ebenfalls nur in dieser Region vorkommenden Sinai Thymian, da die Raupen sich von dessen Blättern ernähren. Doch trotz Schutz nehmen die Störungen dieses eng umgrenzten Lebensraums zu: Wachsender Tourismus zum nahe gelegenen St. Katharinenkloster und zunehmende Beweidung durch Schafe und Ziegen einiger nahebei wohnenden Familien dezimieren die Anzahl der Wirtspflanzen und bedrohen damit das Habitat des Schmetterlings.

Die Forscher wollten mit ihrer Untersuchung herausfinden, in welchem Maße die Faktoren Beweidung, das Pflücken des Thymians durch Kräutersammler und die Temperatur die Populationsentwicklung von Pseudophilotes sinaicus beeinflussen. Aus den Daten erstellten sie ein Modell, das die Einflüsse aller drei Faktoren simulierte.

Sie stellten fest, dass die Schmetterlingsart ohne menschengemachte Störungen und Eingriffe in ihr Habitat noch mindestens 200 Jahre überdauern könnte. Auch eine leichte Zunahme der Beweidung könnte die Art noch überstehen, nicht aber einen Temperaturanstieg. „Wenn Teile des Habitats eine bestimmte Schwelle überschreiten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Schmetterling ausstirbt, sehr hoch“, erklärt Martin Hoyle.

Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte es nicht nur für diesen Schmetterling, sondern auch für andere gefährdete Arten, jeweils eine Schwelle der jährlichen Durchschnittstemperatur geben, oberhalb derer ein Aussterben sehr viel wahrscheinlicher wird. Für den Beweidungsdruck dagegen sei keine solche Schwelle festzustellen.
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