Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Montag, 13.02.2012
Wettersatelliten überwachen Klimawandel
Daten als Grundlage für politische Entscheidungen
Wettersatelliten sind heute aus der Klimaüberwachung nicht mehr wegzudenken. Mit ihrer Hilfe können Veränderungen des Klimasystems vom Weltraum aus kontinuierlich und vor allem flächendeckend untersucht werden. Dies gilt gerade für Gegenden, wo es kaum Messstationen gibt, wie zum Beispiel die Meere. Das hat gestern der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Rahmen einer Tagung von rund 80 Klimaexperten, Meteorologen und Satellitenbetreibern betont.

Atmosphäre
Atmosphäre
© NASA
„Deutschland wird mittel- und langfristig großen Nutzen aus der Klimaüberwachung durch Satelliten ziehen. Je mehr wir über das System Erde, unsere Umwelt und unser Klima wissen, um so besser können wir uns auf die bevorstehenden Veränderungen mit richtigen politischen Entscheidungen einstellen“, sagte Udo Gärtner, Präsident des DWD, im Rahmen der Veranstaltung, die noch bis zum 2. September 2005 in Nürnberg läuft.

Die Konsequenzen des Klimawandels - der nicht an politischen Grenzen halt macht - betreffen alle gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereiche. Deswegen müssen, so der DWD-Präsident, alle Staaten bei der Beobachtung und Erforschung des Klimas eng zusammenarbeiten. Die internationale Tagung in Nürnberg sei dafür ein hervorragendes Beispiel.

Wetterstationen und Wettersatelliten ergänzen sich
Beim Zusammentragen und Analysieren von Informationen über das Klima spielen nationale Wetterdienste wie der DWD mit ihren überwiegend bodengestützten Messstationen und ihren Klimaarchiven eine entscheidende Rolle. Ohne die engmaschigen Beobachtungsnetze der nationalen Wetterdienste - allein der DWD verfügt über rund 3.000 Messstationen in Deutschland - würden wir heute nicht so genau wissen, dass und vor allem wie schnell und stark in den vergangenen 150 Jahren die durchschnittlichen Temperaturen gestiegen sind.

Diese bewährte, bodengestützte Klimaüberwachung wird Schritt für Schritt durch weltraumgestützte Beobachtungssysteme, die Wettersatelliten, erweitert und vertieft. Gärtner: „Wettersatelliten sind inzwischen unverzichtbare Bestandteile der Klimaüberwachung.“ Mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung ermöglichen sie entweder als polarumlaufende oder als geostationäre Satelliten eine breite Erfassung von Wetter- und Umweltdaten.

Insbesondere die neuen Wettersatelliten (MSG) der europäischen Organisation EUMETSAT - einer von ihnen befindet sich bereits in der Umlaufbahn – sind dafür geeignet.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Wetterstationen, Klimaüberwachung, Weltraum, Daten
Weitere News zum Thema
Nehmen Pflanzen mehr Kohlendioxid auf als gedacht? (29.09.2011)
Modelle des Kohlenstoffkreislaufs müssen vielleicht korrigiert werden
Flugzeuge verändern das lokale Wetter (01.07.2011)
Flug durch Wolken fördert Schneefall und erzeugt „Hole Punch Clouds“
Werden Rekordsommer bis 2070 zur Regel? (07.06.2011)
Klimaforscher prognostizieren dramatischen Anstieg der Sommertemperaturen
Seen der Erde werden immer wärmer (26.11.2010)
Infrarotmessungen zeigen deutliche Veränderungen in den letzten 25 Jahren
Klimawandel: Gebirge als Refugium? (10.11.2010)
Berghänge entpuppen sich als extrem vielfältige Ansammlung von Mikrolebensräumen
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Regen, Sonne, Wolken
Wie entsteht die Wettervorhersage?
Satelliten
Augen aus dem All
Regen
Wolken, Wetter, Wassertropfen
Klimawandel
Bringt der Mensch das irdische Klima aus dem Gleichgewicht?
Streit ums Klima
Klimawandel unter Beschuss?
News des Tages
Mehr Kohlendioxid lässt Bäume „kalt“
Hunderte von Toten durch Hurrikan „Katrina“?
Speckstein als prähistorischer Exportschlager
Nachwuchs für Deutschlands Wölfe
Edelgas rettet Hirnzellen
Erstmals Explosion von Wasserstoff "gefilmt"
DNA-Analysen im Express-Tempo
Wettersatelliten überwachen Klimawandel
Bücher zum Thema
Das Wetter
von John Lynch
Wetter und Klima
Das Spiel der Elemente - Atmosphärische Prozesse verstehen und deuten von Harald Frater (Hrsg.)
Atmosphäre im Wandel
Die empfindliche Lufthülle unseres Planeten von Thomas E. Graedel, Paul J. Crutzen
Wetterwende
Vision: Globaler Klimaschutz von Hartmut Graßl
Farbatlas Wetterphänomene
von Hans Häckel
Top-Clicks der Woche
1. Forscher haben See unter Antarktis-Eis angebohrt
2. Krebsmedikament macht Alzheimer-Symptome rückgängig
3. Röntgenlicht macht Eisen durchsichtig
4. Fasten lässt Krebstumore schrumpfen
5. Gletscher verlieren jährlich 230 Milliarden Tonnen Eis