Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Montag, 13.02.2012
Wetter 2005: Viel Sonne zu warm und zu trocken
Deutscher Wetterdienst legt Jahresbilanz vor
Das Wetter in Deutschland war im Jahr 2005 zu warm, sehr sonnig und etwas zu trocken. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner gut 3.000 Messstationen.

Sonnenlicht als Klimafaktor
Sonnenlicht als Klimafaktor
© IMSI MasterClips
Deutschlandweit lag die Temperatur 2005 nach Angaben des DWD um 0,8 Grad über dem langjährigen Durchschnitt von 8,2°Grad Celsius (°C). Sie erreichte mit etwa 9,0 °C wieder den Wert des Vorjahres. Zum Vergleich: Weltweit war das Jahr 2005 nach ersten Schätzungen der Weltorganisation für Meteorologie mit 14,5°C ein halbes Grad wärmer als im statistischen Mittel. Die höchsten Temperaturen in Deutschland konnte der nationale Wetterdienst am 28. Juli 2005 in Niederstetten in Baden-Württemberg mit 36,7°C und in Karlsruhe mit 36,3°C messen.

Sonne war guter Laune
Die Sonne ließ sich 2005 nach den Ergebnissen der „Wetterfrösche“ deutlich öfter als gewohnt blicken. Im bundesweiten Mittel wurden 1.766 Sonnenscheinstunden gezählt. Das sind 116 Prozent des für Deutschland typischen Durchschnittswertes von 1.528 Stunden.

Zugleich ergab die Jahresbilanz des DWD ein leichtes Minus bei den Niederschlägen. Über alle Regionen Deutschlands gemittelt fielen 2005 rund 736 Liter pro Quadratmeter (l/m2) Regen, Schnee oder Hagel. Das waren mehr als 50 Liter weniger als im langjährigen Durschschnitt.

Die Monate des Jahres 2005 im Einzelnen
Januar 2005
Der Monat Januar war deutlich zu warm. Gemessen wurde ein Plus von 2,5 Grad über dem langjährigen Mittel von –0,5°C. Die Sonne erreichte etwa 140 Prozent ihres Normwertes. Die Niederschlagsbilanz war ausgeglichen.

Februar 2005
Im Gegensatz zum Januar war der Februar deutlich zu kalt. Statt der typischen 0,4°C wurde deutschlandweit –1,1°C gemessen. Es schneite oder regnete mehr als üblich und die Sonne schaffte mit 61 Stunden ihr Soll nur knapp.

März 2005
Der Monat März war trocken und sonnenscheinreich. Es wurden gut zwei Drittel der durchschnittlichen Regenmenge und etwa 120 Prozent der durchschnittlichen Sonnenstunden erreicht. Die Temperatur lag bei 3,6°C und dies entspricht in etwa dem Normwert von 3,5°C.

April 2005
Dies war wieder ein warmer Frühlingsmonat mit 9,2°C an Stelle von 7,4°C, dem langjährigen Durchschnitt. Es war etwas zu trocken und
rund 20 Prozent sonniger als es in Deutschland üblich ist.

Mai 2005
Der Mai war +0,6°C zu warm. Durch sehr kräftige Regenfälle an einzelnen Tagen ergaben sich 112 Prozent des langjährigen Durchschnitts bei den Niederschlägen. Die Sonne schaffte deutschlandweit laut DWD ebenfalls ein leichtes Plus.

Juni 2005
Der erste Sommermonat war mit 16,3°C etwas zu warm, sehr sonnig und brachte 40 Prozent weniger Niederschläge als üblich sind. Einzelne Gewitter sorgten allerdings örtlich für unwetterartige Regenfälle.

Juli 2005
Der Juli war mit 18,0°C als vierter Monat in Folge zu warm. Die Regenmenge erreichte 136 Prozent des langjährigen Durchschnitts von 78 Litern pro Quadratmetern. Die Sonnenscheinbilanz war ausgeglichen.

August 2005
Die Reihe zu warmer Monate wurde durch den August unterbrochen. Im letzten Sommermonat lag die Temperatur knapp ein Grad unter dem Normwert von 16,5°C. Durch regional sehr unterschiedliche Regenfälle war die Niederschlagsbilanz ausgeglichen. Die Sonne verfehlte ihr Soll und erreichte nur etwa 90 Prozent des üblichen Wertes.

September 2005
Der September war mit 15, 0°C deutlich zu warm. Die Sonne schien 199 Stunden. Das war ein Plus von 33 Prozent. Bundesweit fiel zehn Prozent zu wenig Regen.

Oktober 2005
Auch im Oktober setzte sich der warme und sonnige Herbst fort. Die Sonne schaffte fast 160 Prozent des Normwertes. Bei soviel Sonnenschein und einem Plus von zwei °C versteht es sich fast von selbst, dass die Niederschlagsbilanz negativ war.

November 2005
Die Temperatur lag mit 4,2°C leicht über dem durchschnittlichen Wert. Es regnete mit 43 l/m2 ein Drittel zu wenig und die Sonne schaffte mit 63 Stunden erneut ein deutliches Plus.

Dezember 2005
Der letzte Monat des Jahres war trocken bei durchschnittlicher Temperatur und einer normaler Anzahl von Sonnenscheinstunden.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Sonne, Regen, Niederschlag, Messstationen, Klima
Weitere News zum Thema
Supererde in bewohnbarer Zone entdeckt (03.02.2012)
Fund eines erdähnlichen Planets um einen nahegelegenen Roten Zwerg
Meer produziert ozonschädliche Stoffe (02.02.2012)
Halogenverbindungen steigen aus flachen Küstenbereichen auf
Vulkanausbrüche lösten die Kleine Eiszeit aus (01.02.2012)
Forscher finden Ursache der nachmittelalterlichen Kälteperiode
Alge nutzt Gift zur Morgenreinigung (31.01.2012)
Kieselalge desinfiziert allmorgendlich Meeresboden und beseitigt damit Konkurrenz
Hitzewellen schädigen Weizen mehr als gedacht (30.01.2012)
Neue Sorten müssen zukünftig gezielt an heiße Tage angepasst werden
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Regen
Wolken, Wetter, Wassertropfen
Regen, Sonne, Wolken
Wie entsteht die Wettervorhersage?
Wetterextreme
Klimatische "Ausrutscher" oder Folgen des Klimawandels?
Countdown für das Klima?
Erste Klimakonferenz nach Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls tagt
Klimawandel
Bringt der Mensch das irdische Klima aus dem Gleichgewicht?
Streit ums Klima
Klimawandel unter Beschuss?
News des Tages
Wetter 2005: Viel Sonne zu warm und zu trocken
Signalgeber für DNA-Reparatur entdeckt
BioChips spüren Gammel-Fleisch auf
Multiples Myelom mit "krimineller Energie"?
"Muschelkleber" heilt Wunden
Mikrobe „entgiftet“ Trinkwasser
Bücher zum Thema
Wetter und Klima
Das Spiel der Elemente - Atmosphärische Prozesse verstehen und deuten von Harald Frater (Hrsg.)
Wetterkatastro- phen und Klimawandel
Sind wir noch zu retten? von Hartmut Grassl u. a.
Das Wetter
von John Lynch
Gewitter
Faszination eines Phänomens von Alex Hermant
Die Erfindung der Wolken
Wie ein unbekannter Meteorologe die Sprache des Himmels erforschte von Richard Hamblyn
Wetterwende
Vision: Globaler Klimaschutz von Hartmut Graßl
Atmosphäre im Wandel
Die empfindliche Lufthülle unseres Planeten von Thomas E. Graedel, Paul J. Crutzen
Farbatlas Wetterphänomene
von Hans Häckel
Top-Clicks der Woche
1. Forscher haben See unter Antarktis-Eis angebohrt
2. Krebsmedikament macht Alzheimer-Symptome rückgängig
3. Röntgenlicht macht Eisen durchsichtig
4. Fasten lässt Krebstumore schrumpfen
5. Gletscher verlieren jährlich 230 Milliarden Tonnen Eis