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Montag, 13.02.2012
Tänzer sind genetisch anders
Unterschiede in zwei für Botenstoffe verantwortlichen Genen
Sind Tänzer anders als andere Menschen? Nach Ansicht von Genetikern der Universität Jerusalem schon: Sie entdeckten Unterschiede in zwei Schlüsselgenen, die den Hormonstoffwechsel beeinflussen.

DNA-Strang
DNA-Strang
© MMCD
Richard P. Ebstein, Professor für Psychologie an der Hebräischen Universität Jerusalem, und sein Team haben die DNA sowie die Persönlichkeitsmerkmale von 85 Tänzern und fortgeschrittenen Tanzstudenten in Israel untersucht und mit Leistungssportlern aber auch mit Nicht-Sportlern verglichen. Sportler wurden als Vergleichsgrupppe gewählt, weil diese ähnliche Muskelbeherrschung und Koordinationsfähigkeiten benötigen wie Tänzer.

Neben der DNA-Analyse mussten alle Probanden zwei Fragebögen ausfüllen. Einer ist die so genannte Tellegen Absorption Skala (TAS), die Aspekte der Spiritualität und der Bewusstseinsveränderungen abfragt, der andere ist der so genannte Dreidimensionale Persönlichkeitstest (TPQ), der als Maß für die sozialen Kontakte und Kommunikationsfähigkeit gilt.

Die Auswertung der Genanalysen ergab bereits deutliche Unterschiede zwischen den drei Gruppen: Nur bei den Tänzern fanden die Wissenschaftler spezifische Varianten zweier Gene, die an der Übermittlung von Signalen zwischen Gehirnzellen beteiligt sind.

Das eine kodiert einen Serotonin-Transporter, einen Stoff, der im Gehirn die Konzentration des Botenstoffs Serotonin reguliert. Dieser beeinflusst unter anderem für die Gemütslage, spielt aber auch bei spirituellen oder vergleichbaren Erfahrungen eine Rolle. Das zweite veränderte Gen steuert die Ausbildung des Vasopressin Rezeptors 1a. Vasopressin und insbesondere dieser Rezeptor beeinflusst die soziale Kommunikation und das familiäre Bindungsverhalten, wie zahlreiche Tierstudien gezeigt haben.

Die Auswertung der Fragebögen bestätigte die Unterschiede zwischen Tänzern und Nicht-Tänzern. „Diese Ergebnisse sind nicht überraschen“, erklärt Ebstein. „Im Lichte anderer Studien an Musikern und Athleten, die ebenfalls genetische Unterschiede in diesen Gruppen festgestellt haben.“ Der „Tänzer-Typ“, so Ebstein, demonstriert eindeutig Qualitäten, die in anderen Menschen vielleicht fehlen, aber zumindest weniger stark exprimiert werden: Einen stärkeren Sinn für Kommunikation, oft auch symbolischer oder ritueller Natur und eine starke spirituelle Persönlichkeit.
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