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Freitag, 25.05.2012
Discovery erfolgreich gestartet
Thomas Reiter fliegt als erster Deutscher zur ISS
Nach mehrfacher Veschiebung ist die Raumfähre „Discovery“ heute endlich erfolgreich in die Umlaufbahn gestartet. Die NASA-Flüge zum weiteren Aufbau der Internationalen Raumstation ISS haben damit nach fast einem Jahr Pause wieder begonnen. Mit an Bord auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter, der als erster Nichtrusse und Nichtamerikaner die ständige Bordmannschaft der ISS verstärken wird.

Start der Raumfähre Discovery
Start der Raumfähre Discovery
© NASA
Das Spaceshuttle hob um 20.38 Uhr MESZ (18.38 Uhr UTC) vom Kennedy Space Center der NASA in Cape Canaveral, Florida, ab und trat nach einer 8-minütigen Antriebsphase in die niedrige Erdumlaufbahn ein. An Bord des STS-121 – des ersten Flugs des Raumtransporters nach nahezu einem Jahr – befindet sich eine siebenköpfige Mannschaft, darunter der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter. Die „Astrolab“ getaufte Mission soll bis Ende des Jahres dauern.

Mit dem heute erfolgten Start hat die amerikanische Weltraumbehörde NASA die Flüge zum weiteren Aufbau der Internationalen Raumstation ISS wieder aufgenommen. Am Donnerstag, den 6. Juli, 17.00 Uhr MESZ (15.00 Uhr UTC) soll die Discovery an der ISS andocken. Güter und Nahrungsmittel werden umgeladen und der deutsche Astronaut Reiter wechselt auf die Raumstation über.

"Dieser Shuttle-Start ist eine wichtige Voraussetzung für die wissenschaftliche Nutzung der ISS sowie für deren weiteren Ausbau. Gleichzeitig wird mit der Langzeitmission von Thomas Reiter die Crew der ISS wieder auf drei Mann erhöht und die Forschung an Bord weiter in den Mittelpunkt gerückt. Ebenso kommt der Einsatz des europäischen Forschungslabors Columbus, das 2007 an der ISS andocken soll, näher", erklärte Professor Sigmar Wittig, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR.

Astronaut Thomas Reiter vor dem Start
Astronaut Thomas Reiter vor dem Start
© DLR/ESA
An Bord der ISS wird Reiter die Mannschaft als Flugingenieur verstärken und dem russischen Kommandanten Pawel Winogradow unterstehen, der im März gemeinsam mit dem NASA-Flugingenieur Jeffrey Williams an Bord der Sojus TMA-8 die ISS erreichte. Zum ersten Mal seit Mai 2003 wird damit ein dreiköpfiges Team auf der ISS leben und arbeiten. Reiter ist damit zudem der erste nichtamerikanische und nichtrussische Astronaut, der einer ständigen Bordmannschaft angehört. Der erfahrene Astronaut wird für sechs bis sieben Monate im Rahmen der europäischen Astrolab-Mission auf der ISS forschen und arbeiten.

„Astrolab“ ist die erste bemannte ISS-Langzeitmission, die von einem europäischen Kontrollzentrum aus unterstützt wird – eine Art Generalprobe also für eine künftige stärkere Präsenz der ESA auf der ISS, sobald das Columbus-Labor integriert ist. „Astrolab ist eine Meilensteinmission für die bemannte Raumfahrt in Europa“, erklärte Daniel Sacotte, ESA-Direktor für Bemannte Raumfahrt. „Thomas ist nur der erste; ihm werden bald andere europäische Astronauten folgen. Diese Mission läutet die Ära der langfristigen Präsenz der Europäer im Weltraum ein.“
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