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Montag, 13.02.2012
Business-Plan für Tiger
Neues Programm will Population der bedrohten Art um 50 Prozent erhöhen
Tiger sind weltweit vom Aussterben bedroht. Jetzt soll ihnen eine Kombination aus Wissenschaft und Business Plan helfen. Unter dem Titel „Tigers forever“ hat die Wildlife Conservation Society (WCS) ein ehrgeiziges Programm entwickelt, mit dem innerhalb des nächsten Jahrzehnts die Zahl der Tiger in Schlüsselregionen um 50 Prozent erhöht werden soll. Der in der Zeitschrift „Nature“ vorgestellte Plan hat immerhin bereits jetzt rund zehn Millionen Dollar von Venture Kapitalgebern erhalten.

Vom Aussterben bedroht: Tiger
Vom Aussterben bedroht: Tiger
© IMSI MasterClips
Wissenschaftler schätzen, dass weltweit vielleicht noch 3.000 bis 5.000 Tiger existieren – genau Zahlen gibt es jedoch nicht. Das Programm konzentriert sich auf rund ein Dutzend Stützpunkte der Wildlife Conservation Society, in deren Umfeld noch rund 800 Tiger leben. Ziel ist es, diese Zahl bis auf 1.200 zu erhöhen. Dabei stützt sich die Organisation auf bereits eingetretene Erfolge unter anderem im Nagarahole National Park in Indien und dem Osten Russlands, wo die Anzahl der Tiere bereits wieder leicht angestiegen ist.

Klare Zielvorgaben
Neu an diesem Ansatz, zumindest im Bereich des Artenschutzes, ist die Zielvorgabe konkreter Zahlen über einen definierten Zeitraum. „Wir setzen unseren Ruf aufs Spiel und übernehmen die Verantwortung dafür, die Tigerzahlen zu erhöhen“, erklärt Alan Rabinowitz, Leiter des Großkatzenprogramms der WCS. „Gleichzeitig haben wir das Wissen, die Erfahrung und die Erfolge um dieses Ziel auch erreichen zu können.“

Der Plan sieht vor, eng mit den lokalen Behörden und anderen Organisationen zusammen zu arbeiten um einerseits Grundlagenwissen über die Tiger in Regionen wie dem Hukawng Tal in Myanmar, dem größten Tigerreservat der Welt, zu erhalten, andererseits aber um Aktivitäten gegen die verbreitete Wilderei, wie in den thailändischen Schutzgebieten Huai Kha Khaeng und Thung Yai zu forcieren.

Rücksicht auf lokale Gegebenheiten
Während die Forscher sich an einigen Stellen kaum Chancen ausrechnen, die Tigerpopulation aus ihrem Tief zu holen, darunter unter anderem den Osten Russlands, erhoffen sie sich an anderen Orten, wie der westlichen Ghats Region Indiens Anstiege um bis zum 60 Prozent. In Laos und Kambodscha leben an einigen Stellen nur noch weniger als zehn Tiere. Hier könnten die Maßnahmen, so die Schätzungen der Artenschutzexperten, die Populationen in den nächsten zehn Jahren um das Vierfache ansteigen lassen.

Genau diese Kalkulation mit „harten“ Zahlen haben den Artenschutz offenbar auch für Venture Kapitalisten interessant gemacht. Michael Cline und Tom Kaplan, beide Mitglieder der Panthera Foundation, haben jedenfalls bereits zehn Millionen Dollar für die nächsten zehn Jahre zugesagt. Das Programm hat gerade begonnen – die Zeit für „Tigers forever“ läuft…
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