Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Montag, 13.02.2012
Ökostrom immer beliebter
Studie: Strom aus Erneuerbaren Energien findet immer mehr Abnehmer
Grünstrom-Anbieter werden in Deutschland immer beliebter. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der Fachzeitung Energie & Management (E&M). Gründe hierfür seien einerseits Imageprobleme der klassischen Stromkonzerne und andererseits die Initiative der Umweltverbände "Atomausstieg selber machen!".

Windkraftanlage
Windkraftanlage
© DOE
Immer mehr Bundesbürger und Gewerbebetriebe beziehen ihren Strom von Anbietern, die auf die erneuerbaren Energien Sonne, Wind, Wasser und Biomasse setzen. Nach der bisher umfassendsten Erhebung im Bereich Ökostrom in Deutschland haben im Jahr 2005 mehr als 625.000 Privathaushalte und fast 42.500 Gewerbebetriebe Ökostrom geordert. Insgesamt betrug der Absatz mindestens 3,57 Milliarden Kilowattstunden an sauberem Strom.

Solides Wachstum
"Das Ökostromgeschäft ist auf dem Vormarsch, zwar noch unspektakulär aber sehr kontinuierlich. Dieses Wachstum ist robust", resümiert der für die Umfrage verantwortliche E&M-Redakteur Ralf Köpke die Ergebnisse der nach 2004 zweiten Erhebung dieser Art. Gut 170 Energieversorger und Ökostrom-Anbieter hatten sich an der E&M-Umfrage beteiligt. Das entspricht rund 35 Prozent aller bekannten Anbieter in diesem Segment. Sie repräsentieren jedoch nach Einschätzung von E&M den überwiegenden Teil des in Deutschland im vergangenen Jahr gehandelten Grünstroms.

Derzeit stehen die dominierenden Energiekonzerne E.ON, RWE, Vattenfall Europe und Energie Baden-Württemberg (EnBW) wegen ihrer enormen Gewinne bei gleichzeitig steigenden Strompreisen in der Kritik. Nach dem RWE-Antrag zur Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Biblis A beschleunigt die faktische Aufkündigung des Atomkonsenses die Bewegung hin zu den Grünstromanbietern. "Das Ansehen von RWE und Co. befindet sich im Allzeittief“, so Gerd Rosenkranz, der Leiter Politik und Öffentlichkeitsarbeit bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH). „Gleichzeitig verstehen immer mehr Menschen und Unternehmer, dass hierzulande niemand gezwungen ist, gefährlichen Atom- oder klimaschädlichen Kohlestrom bei den Marktführern zu beziehen", sagt Rosenkranz.

Atomausstieg zum selber machen
"Mit ihrer demonstrativen Abkehr von dem von ihnen selbst ausgehandelten Atomkonsens verspielen die Konzerne weiteren Kredit bei vielen Stromkunden. Atomstrom wird zu einer immer schwerer absetzbaren Ware, die Ökostromer hatten nie eine größere Chance, ihre Kunden- und Absatzzahlen deutlich auszubauen", so Rosenkranz. Die unmittelbar nach dem Antrag des Essener RWE-Konzerns zur Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Biblis A von 14 Umweltorganisationen, Verbraucherschutzverbänden und Anti-Atomkraft-Gruppen gestartete Stromwechsel-Initiative „Atomausstieg-selber-machen“ sickere langsam in die Gesellschaft ein und werde die Wechselbereitschaft weiter erhöhen, so die Studie.

Die Mehrzahl der im Rahmen der E&M-Erhebung befragten Ökostrom-Lieferanten geht von wachsenden Kunden- und Absatzzahlen, teilweise in zweistelliger Höhe aus. "Ökostrom überzeugt immer mehr Bundesbürger nicht zuletzt, weil das Gerücht ´Öko´ sei unbezahlbar inzwischen durch die Realität widerlegt ist", erklärt Köpke. Unter den 40 preiswertesten Stromangeboten für einen durchschnittlichen bundesdeutschen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden befänden sich bereits 18 Offerten von Ökostromern.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Ökostrom, Grünstrom, Atomstrom, Atomenergie, Kernenergie, Strom, Stromerzeugung, Regenerative Energie, Erneuerbare Energien
Weitere News zum Thema
Jet Streams: Schneller Wind mit wenig Kraft (06.12.2011)
Strahlströme der oberen Atmosphäre liefern weniger erneuerbare Energie als bislang angenommen
Elektroauto kommt erst übermorgen (30.04.2010)
Streit um Sinn und Unsinn neuer Mobilitätskonzepte
Strom auf Vorrat (16.04.2010)
Neuartige Redox-Flow-Batterien sollen künftig größere Mengen Ökostrom speichern
„Intelligente“ Ladestation hilft bei Tanken von grünem Strom (09.04.2010)
Ladezeiten an Energieangebot und Netzauslastung angepasst
Deadline für Klimawende schon in fünf Jahren? (20.10.2009)
WWF-Report: Bis 2014 muss kohlenstoffarme Entwicklung eingeleitet werden
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Erneuerbare Energien
Welche Zukunft haben die "Ressourcen der Zukunft"
Wie sauber sind die weißen Riesen?
Energiebilanzen von Windkraftanlagen
Windenergie
Die Kraft des Windes und ihre Nutzung
Solarenergie
Das Öl der Zukunft
Staudämme
Billige Energie oder Vernichtung von Natur und Existenzen?
Geothermie-Kraftwerke in Deutschland
Technische Spielerei oder ernsthafte Alternative?
Geothermie weltweit
Die Lösung aller Energieprobleme?
Der Unfall von Tschernobyl
Eine Bilanz 20 Jahre danach
News des Tages
„Krebsstammzellen“ gegen Leukämie?
DNA-Puzzle des Neandertalers bald entschlüsselt
Permafrost-Karte vermeidet Gebäudeschäden
Digitales Weltgedächtnis in Gefahr
Ökostrom immer beliebter
Klimawandel bedroht Vogelarten
Transport-Eiweiß versteckt sich in Zellen
Bücher zum Thema
Erneuerbare Energien und Alternative Kraftstoffe
Mit neuer Energie in die Zukunft von Sven Geitmann
Fair Future
Ein Report des Wuppertal Instituts
Top-Clicks der Woche
1. Forscher haben See unter Antarktis-Eis angebohrt
2. Krebsmedikament macht Alzheimer-Symptome rückgängig
3. Röntgenlicht macht Eisen durchsichtig
4. Fasten lässt Krebstumore schrumpfen
5. Gletscher verlieren jährlich 230 Milliarden Tonnen Eis