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Montag, 13.02.2012
Klimawandel bedroht Vogelarten
WWF-Report zeigt Wandel im Zug- und Nahrungsverhalten
Der Klimawandel gefährdet das Überleben vieler Vogelarten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die der WWF am Rande der UN-Klimakonferenz in Nairobi vorgestellt hat. Demnach verpassen Zugvögel durch die veränderten Temperaturen den richtigen Zeitpunkt für den Abflug oder geraten aus ihrem natürlichen Jahreszeiten-Rhythmus. Auch der Lebensraum für einige Vogelarten gehe verloren. Besonders gefährdet sind Gebirgs-, Küsten-, Insel- und arktische Arten.

Zugvögel
Zugvögel
© IMSI MasterClips
„Diese Vogelarten haben sich in jahrtausendelanger Evolution an die besonderen Bedingungen in ihrem Lebensraum angepasst. Auf die dramatischen Veränderungen können sie nicht schell genug reagieren“, erläutert WWF-Artenschützer Volker Homes. Für die Studie „Klimawandel und Vogelarten“ hatte ein Forscherteam im Auftrag des WWF mehr als 200 wissenschaftliche Artikel ausgewertet. Dem Schneekranich beispielsweise sagen die Forscher einen Rückgang seines Lebensraums von 70 Prozent voraus. Sein Brutgebiet ist das arktische, baumlose Russland, wo sich durch die steigenden Temperaturen zunehmend Wald ausbreitet.

Verschiebung der Jahreszeiten
Zugvögel stehen darüber hinaus vor dem Problem, dass der Klimawandel zu Verschiebungen bei den Jahreszeiten führt und so den natürlichen Jahresrhythmus der Vögel beeinflusst. Betroffen seien Arten auf der ganzen Welt, ausbleibender Bruterfolg eine der Folgen. Doch auch der in Deutschland vorkommende Trauerschnäpper zählt zu den Leidtragenden. Die Art überwintert zwar im zentralen Afrika, doch die Rückkehr der Tiere nach Europa fällt in der Regel mit dem Frühlings-Höhepunkt der Insektendichte zusammen. Für die Aufzucht des Nachwuchses ist damit normalerweise ausreichend Nahrung gewährleistet. Aufgrund des früher beginnenden Frühlings kommen manche Trauerschnäpper zu spät in Europa an und verpassen den Zeitpunkt der höchsten Insektendichte. Mit der Folge, dass einige Populationen in Europa bereits um 90 Prozent zurückgegangen sind.

Ebenfalls betroffen ist die Trottellumme, die in der gesamten Nordsee vorkommt. Sie brütete in den vergangenen Jahren vielfach erfolglos, weil die Bestände ihrer wichtigsten Beutetiere, kleine Fische und Sand-Aale, dramatisch zurückgegangen sind - aufgrund gestiegener Wassertemperaturen. Die Studie ermittelt, dass 38 Prozent aller europäischen Vogelarten klimawandelbedingt aussterben könnten, wenn die weltweite globale Erwärmung gegenüber vorindustriellen Werten um mehr als 2 Grad ansteigt. In Nordost-Australien könnten es sogar über 70 Prozent der Arten sein. Bis heute beträgt der weltweite Temperaturanstieg 0,8 Grad.

Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase nötig
Der WWF forderte daher die Delegierten auf der Klimakonferenz auf, einen harten Kurs mit ehrgeizigen Zielen zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase einzuschlagen. Dies erfordert die Verringerung der globalen Emissionen um mindestens die Hälfte bis 2050 gegenüber dem Niveau von 1990. Für Europa müssen Minderungsziele von minus 30 Prozent bis 2020 beschlossen werden. Darüber hinaus muss jetzt die Weiterentwicklung des Kyoto-Protokolls nach 2012 eingeleitet werden.
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