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Montag, 13.02.2012
Drei neue Affen-Arten auf Madagaskar entdeckt
Bisher unbekannte Lemuren bevölkern wenig erforschte Waldfragmente
Drei neue Primaten-Arten haben Wissenschaftlerinnen der Tierärztlichen Hochschule Hannover gemeinsam mit madagassischen Kollegen entdeckt. Bei ihrer Expedition in schwer zugängliche und bislang wenig erforschte Waldfragmente im Norden und Nordwesten der Insel stießen sie auf drei Mausmaki-Arten, die zu den Lemuren gehören und bisher noch nicht bekannt waren.

Tropischer Regenwald
Tropischer Regenwald
© IMSI MasterClips
Auf den ersten Blick unterscheiden sich die drei neuen Spezies, die die Namen Microcebus bongolavensis, Microcebus danfossi und Microcebus lokobensis tragen, äußerlich kaum von den bereits bekannten Arten, genetisch konnten die TiHo-Forscherinnen jedoch Unterschiede auf Artniveau feststellen. Die Verbreitungsgebiete dieser Lemuren sind klein und durch breite Flüsse voneinander getrennt. Die geographische Trennung ermöglicht die unterschiedliche Entwicklung der Tiere.

Neben der Entdeckung der drei neuen Arten geben die Untersuchungsergebnisse Aufschluss über die Besiedlungsgeschichte der Mausmakis auf Madagaskar, so die Wissenschaftlerinnen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Molecular Phylogenetics and Evolution“.

Mausmakis kommen, wie alle Lemuren, ausschließlich auf Madagaskar vor. Sie sind mit einer Körpergröße von ca. zehn Zentimetern und einem zwölf bis 17 Zentimeter langen Schwanz die kleinsten Primaten der Welt. Ihr Gewicht beträgt zwischen 30 und 70 Gramm. Mausmakis sind nachtaktiv und schlafen tagsüber in Blätternestern oder Baumhöhlen. Die auch im Ultraschallbereich kommunizierenden Tiere ernähren sich primär von Früchten, Baumharzen und Insekten.

Genetische Proben gesammelt
Gillian Olivieri vom Institut für Zoologie der Tierärztlichen Hochschule war mit Unterbrechungen insgesamt 14 Monate im Nordwesten Madagaskars unterwegs, um Daten für ihre Dissertation zu sammeln. In dieser Zeit fuhr sie in 18 verschiedene Waldfragmente und suchte nach Mausmakis, um sie zu vermessen und genetische Proben zu sammeln.

Ihr Projekt ist eingebettet in ein größeres Projekt zur Ausbreitungsgeschichte nachtaktiver Lemuren, das von Privatdozentin Ute Radespiel und Professor Elke Zimmermann geleitet und unter Mitarbeit von zwei madagassischen Wissenschaftlern, Blanchard Randrianambinina und Solofonirina Rasoloharijaona, vor Ort durchgeführt wurde.
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