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Montag, 13.02.2012
Herbst 2006 war „Jahrhundertherbst“
Wärmster Herbst seit Beginn der Aufzeichnungen
Der Herbst 2006 hat neue Maßstäbe gesetzt: Er ist mit Abstand der wärmste in Deutschland seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen. Von bestimmten Regionen abgesehen, regnet es insgesamt gesehen zu wenig, dafür schien die Sonne ungewöhlich oft. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.600 Messstationen.

Wärmster Herbst seit Beginn der Aufzeichnungen
Deutschlandweit lag die Mitteltemperatur mit 12,0 Grad Celsius um 3,2°C höher als das Mittel der Jahre 1961-90. „Der Herbst 2006 ist mit großem Abstand der wärmste seit 1901. Natürlich denkt man da automatisch an den Klimawandel, auch wenn das alleine natürlich kein Beweis ist“, meint Experte Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst.

Blätter in Herbstfärbung
Blätter in Herbstfärbung
© IMSI MasterClips
Alle drei Herbstmonate - September, Oktober und November - waren mit jeweils 3 bis 4°C deutlich zu warm und ließen Rekorde an vielen Wetterstationen purzeln. Ungewöhnlich häufig führten dabei südwestliche Wetterlagen warme Mittelmeerluft heran. Die höchste Temperatur des Herbstes wurde am 12. September in Kalkar am Niederrhein mit 31,4°C registriert. Auch später noch traten ungewöhnlich hohe Monats- Einzelwerte auf, vor allem am Oberrhein am 26. Oktober mit 28,6°C in Emmendingen-Mundingen oder am 25. November mit 22,1°C in Müllheim. Verbreitet frostige Temperaturen gab es nur Anfang November. Die tiefste Temperatur des Herbstes wurde am 3. November im bayerischen Mallersdorf-Pfaffenberg mit -8,6°C registriert.

Weniger Regen als normal
Die Niederschlagsbilanz im Herbst war in Deutschland mit 80 Prozent leicht negativ, das heißt gegenüber dem klimatologischen Mittel war es verbreitet zu trocken. Weniger als die Hälfte der üblichen Menge fiel entlang der Donau - teilweise kaum 30 Prozent. Mehr Niederschlag als üblich fiel vor allem im Südwesten. Fast das Doppelte des Normalwertes wurde in Freiburg registriert. Die höchste Tagesmenge fiel mit 103 Litern pro Quadratmeter am 17. September in Verbindung mit einem Unwetter im hessischen Dillenburg.

…dafür mehr Sonne
Die durchschnittliche Sonnenscheindauer betrug bundesweit fast 400 Stunden. Das entspricht gegenüber dem Normalwert von 311 Stunden einem Plus von etwa 25 Prozent. Örtlich gab es sogar 50 Prozent mehr Sonne. Im Südosten Bayerns registrierte der DWD zum Teil mehr als 500 Sonnenstunden. Im Norden und in Teilen des Schwarzwaldes ließ sich die Sonne dagegen seltener blicken, schien aber trotzdem noch überdurchschnittlich. Damit gehört der Herbst 2006 zu den sonnigsten seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1951. Spitzenreiter bleibt allerdings weiterhin der Herbst des Jahres 1959 mit rund 484 Stunden.
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