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Freitag, 25.05.2012
Inselstaaten kämpfen mit Müllbergen
UNEP: Rasante Zunahme von Abfall in isolierten Regionen
Nach Angaben der UN Entwicklungsabteilung UNEP sehen sich Inselnationen im Indischen und Pazifischen Ozean sowie in der Karibik immer häufiger mit dem Problem ständig wachsender Müllberge konfrontiert. Allein der Plastikabfall habesich seit den 1990er Jahren verfünffacht, so die Experten, die zurzeit in Jeju, Korea, beim globalen Jahrestreffen der Umweltorganisation über Problemlösungen diskutieren.

Zivilisationsmüll
Zivilisationsmüll
© DOE
Die fragilen Ökosysteme der Inseln werden durch die zunehmende Menge an Müll in große Gefahr gebracht, zeigen sich die Fachleute einig, denn Abfälle bedrohen die Trinkwasserreservoirs und die lokale Fischerei. Dabei wird in den Berichten häufig die kleine zentralpazifische Insel Nauru als Negativbeispiel genannt: Der Küstenstreifen der fast kreisrunden 21 Quadratkilometer großen Insel erscheint von oben in blaugrün, weil sich auf den Stränden Tausende leere Bierdosen stapeln.

Die Wegwerfgesellschaft bedroht nach Angaben der UNEP aber auch indirekt die Gesundheit der Bevölkerung: In leeren Gefäßen finden Krankheitsüberträger und Schädlinge wie Moskitos aber auch Ratten optimale Brutherde. Die UNEP will nun gemeinsam mit anderen UN-Organisationen den Zwergstaaten dabei helfen, ihre Sorgen mit dem Zivilisationsmüll besser in den Griff zu bekommen. Viele der Inseln sind in den vergangenen Jahren zu wahren Tourismusmagneten geworden. Tourismusmanager befürchten jedoch, dass die zahlreichen wachsenden Müllberge die Fremden in Zukunft davon abhalten könnten, wieder zu kommen.

Nach einem Bericht über die Probleme kleiner Inselnationen (SIDS) rinnen allein in der Karibik 90 Prozent der Abwässer unbehandelt in Flüsse und ins Meer, in machen Inseln des nordöstlichen Pazifik sind es sogar 98 Prozent. Aber nicht nur bei Inselstaaten, die durch ihre Isolation und ihre Größe benachteiligt sind, gibt es große Probleme: Ein kurzer Spaziergang entlang der Küste der Fidschianischen Hauptstadt Suva macht deutlich, dass auch hier die meisten Abfälle trotz einer städtischen Müllabfuhr ungenügend oder falsch entsorgt werden. Die Bucht um Suva ist durch toxischen Müll vergiftet und Behörden haben das Fischen dort gesetzlich verboten.
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